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Top-Thema – Podcast

Schnelle Eingreiftruppe als "Baukasten" für Krisenfälle

Nach vier Jahren Vorbereitung ist sie einsatzbereit: die NATO Response Force (NRF), die schnelle Eingreiftruppe. Die NATO will sich mit ihr neuen Herausforderungen stellen. Unklar ist, wer die Einsätze bezahlt.

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Einsatzkräfte der NRF bei einer Übung vor den Kapverdischen Inseln

Nach den Terroranschlägen in New York und dem Beginn des Einsatzes der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan hatte die NATO-Führungsmacht USA darauf gedrängt, die Allianz gründlich umzubauen und den neuen Herausforderungen anzupassen. Im Winter 2002 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder den Aufbau der schnellen Eingreiftruppe.

Nun kann der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, US-General James Jones, melden: Die knapp 26.000 Soldaten der NRF sind einsatzbereit. Weltweit soll die Truppe nach fünf Tagen Vorlaufzeit im Krisenfall oder bei humanitären Katastrophen eingesetzt werden können und sich 30 Tage lang autark versorgen. Mit dieser "Umformung" habe sich die NATO endgültig von der militärischen Strategie des Kalten Krieges und der auf das eigene Gebiet beschränkten Verteidigung verabschiedet, sagt James Jones.

Die NATO-Mitgliedstaaten stellen für die NRF rotierend die Truppenverbände zur Verfügung. Zurzeit stellt die Bundeswehr den größten Teil der Soldaten. Kommandeur der Eingreiftruppe ist der deutsche General Gerhard W. Back. Nicht alle 26.000 Soldaten der NRF würden gleichzeitig eingesetzt, erklärt er. Stattdessen sollten in einer Art Baukastensystem jeweils Einheiten mit verschiedenen Fähigkeiten, wie Lufttransport, Minenräumung, Bodenkampf oder Luftaufklärung zur Verfügung stehen.

Streit gibt es darüber, wer die Kosten eines möglichen Einsatzes bezahlen soll: Einige kleinere NATO-Staaten plädieren für ein Umlage-System, so dass alle Mitglieder in eine Kasse einzahlen und davon die Einsätze finanziert werden. Die großen Staaten wie Deutschland wollen hingegen das alte System beibehalten. Das sieht vor, dass jedes Mitgliedsland selbst für seine Soldaten und deren Einsätze zahlt. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer ist optimistisch, dass es eine Einigung gibt.

GLOSSAR:

sich einer Herausforderung stellen – eine Aufgabe annehmen

auf etwas drängen – anmahnen; darauf bestehen, dass etwas getan wird

Allianz, die - ein Bündnis zwischen Staaten

gründlich – sorgfältig; von Grund auf

beschließen – vereinbaren

weltweit – auf der ganzen Welt

Vorlaufzeit, die – die Vorbereitungszeit

autark – selbstständig

beschränkt – begrenzt; limitiert

rotierend – abwechselnd

Truppenverband, der – eine militärische Einheit

zur Verfügung stellen – bereitstellen

Baukastensystem, das – ein System aus einzelnen Teilen, die nach Bedarf untschiedlich kombiniert werden können

Minenräumung, die – das Finden und Beseitigen von Minen

Luftaufklärung, die – Überwachung mit Hilfe von Flugzeugen und Satelliten

für etwas plädieren – sich für etwas einsetzen; befürworten

hingegen – jedoch; dagegen

ewtas beibehalten – nicht ändern

etwas vorsehen – beinhalten; zum Inhalt haben

Fragen zum Text:

Weshalb hat die NATO-Führungsmacht USA darauf gedrängt, die Allianz gründlich umzubauen?

  1. Wegen der Terroranschläge in New York und dem Beginn des Einsatzes der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan
  2. Wegen der anstehenden Präsidentschaftswahl
  3. Wegen der schwindenden Beliebtheit von Präsident Bush

    Wer ist der Oberbefehlshaber der NATO in Europa?

    1. US-General James Jones
    2. UN- Generalsekretär Kofi Annan
    3. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl

      Worüber sind sich die Bündnispartner nicht einig?

      1. Darüber, wer die Kosten eines möglichen Einsatzes bezahlen soll
      2. Darüber, wann der erste Einsatz stattfinden soll
      3. Darüber, welches Land am meisten Soldaten zur Verfügung stellen soll

        ArbeitsauftragVom Verteidigungsbündnis zur kriegstreibenden Kraft? Bereiten Sie in zwei Gruppen Argumentationen für und gegen die neue Militärstrategie der NATO vor. Lassen Sie dann zwei Gruppensprecher zu einer Pro- und Contra-Diskussion antreten.

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