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Amerika

Schneesturm legt Osten der USA lahm

Über die US-Ostküste ist einer der heftigsten Schneestürme der vergangenen Jahre hereingebrochen. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen, in zahlreichen Haushalten fiel der Strom aus.

Schnee hüllt ein Veteranendenkmal in Washington ein (Foto: AP)

Schnee hüllt ein Veteranendenkmal in Washington ein

Im Staat Maryland fielen innerhalb kürzester Zeit 50 Zentimeter Schnee, in der US-Hauptstadt Washington acht Zentimeter. Der von Meteorologen als "extrem gefährlich" eingeschätzte Blizzard soll Schneemengen von mehr als 75 Zentimetern Höhe bringen. Washington könnte am Wochenende den größten Schneesturm seit 90 Jahren erleben, hieß es am Samstag (06.02.2010).

Die Polizei rief die Bürger auf, das Wochenende zuhause zu verbringen und Fahrten möglichst zu vermeiden. In Virginia kamen ein Vater und ein Sohn ums Leben, die einem steckengebliebenen Autofahrer helfen wollten: Sie wurden von einem Lastwagen erfasst. Behörden mehrerer betroffener US-Staaten meldeten Hunderte von Unfällen. Einige Krankenhäuser riefen Besitzer von Allradfahrzeugen auf, ihr Personal zur Arbeit zu fahren.

Notstand in mehreren Bundesstaaten

Die Lage sei äußerst gefährlich, erklärte der Nationale Wetterdienst bereits am Freitag. In West Virginia und Pennsylvania waren tausende Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Gouverneure der Bundesstaaten Virginia, Maryland, Delaware sowie der District of Columbia mit dem Stadtgebiet Washington riefen den Notstand aus, um staatliche Sonderhilfen wie den Einsatz der Nationalgarde zu ermöglichen.

Bereits am Freitag bevölkerten Tausende die Supermärkte, um sich für den befürchteten Ausnahmezustand einzudecken, der laut Rundfunkmeldungen bis zu fünf Tage dauern könnte. Am Freitagnachmittag glich die ansonsten pulsierende Metropole Washington bereits einer Geisterstadt. An den drei größten Flughäfen im Raum Washington-Baltimore und am internationalen Flughafen von Philadelphia wurden die meisten Flüge gestrichen.

Stillstand bei öffentlichen Verkehrsmitteln

Der dichte Schnee behindetrt die Sicht am Lincoln Memorial in Washington (Foto: AP)

Der dichte Schnee behindetrt die Sicht am Lincoln Memorial in Washington

Am späten Freitagabend fuhren in der Hauptstadt keine Busse mehr; die Straßen seien "unpassierbar", teilten die Verkehrsbetriebe mit. Rund 40 überirdische U-Bahn-Stationen wurden geschlossen. Damit waren die Vororte Washingtons vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen.

Ebenfalls schon am Freitag schickte die Regierung viele Beamte vier Stunden früher nach Hause. Viele Schulen blieben geschlossen. Über den Südosten wie etwa in den Bundesstaaten Georgia sowie in North und in South Carolina zog das gleiche Tiefdruckgebiet mit schweren Regenfällen hinweg.

Erst kurz vor Weihnachten hatten Washington und die Region einen schweren Schneesturm mit knapp einem halben Meter Neuschnee zu überstehen. Der schwerste Schneesturm mit 71 Zentimeter Schnee in Washington wurde 1922 registriert.

Autor: Reinhard Kleber (ap, afp, dpa, rtr)

Redaktion: Gerhard M Friese

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