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Aktuell Europa

Schnee-Chaos legt Frankreich lahm

Der plötzliche Wintereinbruch mit viel Schnee, eisigen Böen und glatten Straßen hat insbesondere in Frankreich für Chaos gesorgt. Tausende Menschen stecken in ihren Autos fest, ein Mann starb.

Nach heftigen Schneefällen in den französischen Alpen haben Tausende Autofahrer auf dem Weg in die Skiferien in Notunterkünften übernachten müssen. Im Departement Savoie steckten rund 15.000 Autos fest, wie die Behörden mitteilten. Die Gemeinden richteten rund 40.000 Notunterkünfte für Autofahrer ein, die es nicht mehr ans Ziel schafften. Schon am Nachtmittag hatte die Präfektur Autofahrer aufgerufen, frühzeitig für die Nacht anzuhalten. Zahlreiche Menschen mussten aber die Nacht in ihren Autos verbringen, da sie auf den blockierten Straßen nicht weiterkamen.

Auch in den Departements Hautes-Alpes und Haute-Savoie wurden Notunterkünfte eingerichtet. Insgesamt galt in 19 Departements wegen des heftigen Schneefalls und des Glatteises Warnstufe Orange. Im Departement Isère kam ein 27-jähriger Mann ums Leben, als er mit seinem Auto in eine Schlucht rutschte. Fahrer ohne Schneeketten wurden von der Polizei angewiesen, nicht weiterzufahren.

Weitere Schneefälle erwartet

Auf mehreren Autobahnen in Frankreich gab es lange Staus. Autofahrer aus Lyon und Annecy in Richtung der Skigebiete im Departement Savoie wurden zum Umkehren aufgefordert. Der Bahnverkehr lief trotz der schwierigen Wetterbedingungen weitgehend fahrplanmäßig. Für diesen Sonntag wurde weiterer Schneefall erwartet. Während in der Ebene mit drei bis sieben Zentimeter Schnee gerechnet wurde, sagte der Wetterdienst für das Gebirge auf Höhen über 2000 Meter bis zu 60 Zentimeter Schnee voraus.

In der Gegend um Paris stürmte es heftig, die Gärten am Schloss von Versailles wurden geschlossen. Am Ärmelkanal wurde der Fährhafen von Calais wegen Sturmböen geschlossen und der Fährverkehr nach Großbritannien eingestellt. Tausende Flüchtlinge in illegalen Lagern am Stadtrand litten unter der Kälte. Laut einer örtlichen Hilfsorganisation riss der Sturm zahlreiche Zelte fort. Viele Flüchtlinge suchten Zuflucht in Schutzunterkünften.

Flugbetrieb in Frankfurt gestört

In Großbritannien fiel infolge des Unwetters und des Schneefalls in mehr als 100.000 Haushalten der Strom aus. Mit elf Zentimetern fiel der meiste Schnee rund um die Stadt Leek südlich von Manchester. Die Meteorologen erwarten, dass die Temperatur in Großbritannien diese Woche auf bis zu minus zehn Grad Celsius fällt.

In Deutschland kam es aufgrund vereister Straßen zu zahlreichen Unfällen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt ist der Betriebsablauf gestört. Von den für Sonntag 939 geplanten Flügen seien 20 annulliert worden, berichtete der Flughafenbetreiber Fraport. Zudem komme es zu Verspätungen von durchschnittlich 30 Minuten je Maschine. "Wenn es keine weiteren Schneefälle gibt, wird sich die Lage spürbar entspannen. Es wird schon ruhiger", sagte ein Flughafensprecher. Zu Verzögerungen kam es den Angaben zufolge, weil die Start- und Landebahnen geräumt und die Flugzeuge enteist werden müssen. Der Flughafen empfahl Passagieren, sich vor Reisebeginn zu informieren und genug Zeit für die Anreise zum Airport einzuplanen.

ab/cr (dpa, rtr)

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