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Welt

Schnee-Chaos im Osten der USA

Millionen Menschen ohne Strom, gesperrte Straßen, Chaos auf den Schienen und an Flughäfen: Die Ostküste der USA ist von einem Schneesturm überrascht worden. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus.

Aufräumarbeiten nach dem heftigen Schneefall (Foto: dpa)

In den USA versuchen die Menschen wieder für Ordnung zu sorgen

Der Nordosten der Vereinigten Staaten ist so früh wie selten zuvor vom Winter heimgesucht worden. Der unerwartet frühe Schneefall stürzte das Land am Wochenende in ein Chaos. Bis zu vier Millionen Menschen waren oder sind noch ohne Strom. Auf vielen Straßen und Bahnstrecken ging nichts mehr und viele Flüge fielen aus. Die Menschen wurden von Schneehöhen von bis zu 70 Zentimetern überrascht. Mindestens elf Menschen kamen ums Leben, berichteten US-Medien am Montag (31.10.2011).

Gouverneure erklären Notstand

In den Bundesstaaten Massachusetts, Connecticut, New Jersey und Teilen New Yorks riefen die Gouverneure den Notstand aus. Noch nie war im Oktober an der Nordostküste so viel Schnee gefallen. "Das ist sehr, sehr ungewöhnlich", sagte John LaCorte vom Nationalen Wetterdienst in State College, Pennsylvania. Die Meteorologen berichteten von Schneerekorden. Zuletzt sei vor Jahrzehnten ein größerer Schneesturm so früh im Herbst verzeichnet worden. Bäume und Strommasten stürzten um. An der Küste wurde mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer in der Stunde gerechnet. Am Sonntag hatte der Schneefall zunächst aufgehört.

"Wir haben ein absolutes Bäume-Massaker mit diesem schweren Schnee auf den Ästen", sagte Chris Vaccaro, ein Sprecher des Nationalen Wetterdienstes. Der Schnee auf den Bäumen und Strommasten kostete einige Amerikaner das Leben. In Pennsylvania kam ein 84-jähriger Mann ums Leben, als ein schneebeladener Baum auf sein Haus stürzte. In Massachusetts wurde ein 20-Jähiger durch eine herabgestürzte Stromleitung getötet.

Flugzeuge konnten nicht starten

Schneebedeckte Straße in Massachusetts (Foto: dpa)

Im Herbst haben die Amerikaner noch nicht mit so viel Schneefall gerechnet

Obwohl die Region raue Winter gewöhnt ist, gilt der Herbst noch als verhältnismäßig mild und vor allem schneefrei. Nun fiel in einigen Gebieten in ein paar Stunden mehr als ein halber Meter Schnee. Autobahnen verwandelten sich in Parkplätze, die U-Bahnen kamen aus dem Takt und der Flugverkehr brach zusammen. An den Flughäfen ging es drunter und drüber: Am John-F.-Kennedy-Flughafen in New York hatten die Maschinen zum Teil über acht Stunden Verspätung, der Airport in Newark im Bundesstaat New Jersey wurde gleich ganz geschlossen. Teilweise saßen die Passagiere neun Stunden mit den Flugzeugen auf der Rollbahn fest, berichtete CNN. An kleineren Flughäfen wurden sogar Notbetten für gestrandete Fluggäste aufgestellt.

Weil Stromleitungen entweder von der Schneelast oder von umstürzenden Bäumen gekappt wurden, saßen bis zu vier Millionen Menschen im Dunkeln zuhause. Viele heizen zudem mit Elektrizität oder benötigen den Strom zumindest zum Betrieb ihrer Gas- oder Ölheizungen. Diese mussten daher zusätzlich in unbeheizten Häusern und Wohnungen ausharren. Die Stromversorger konnten den Betroffenen keine Hoffnung machen. Die Reparaturen würden vielerorts sogar bis Mittwoch dauern.

Der Nachrichtensender MSNBC sprach von "einem der dunkelsten Halloween-Feste". In einigen Orten seien die Kinder sogar von den Behörden gebeten worden, das am Montagabend bevorstehende, traditionelle Sammeln von Süßigkeiten an Halloween zu verschieben.

Kein herbstliches Schnee-Chaos in Deutschland

Ein Schneechaos wie in den USA ist in Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu dieser Jahreszeit unmöglich. "Bei uns kommen die Luftströme aus wärmeren Gebieten", sagte der DWD-Meteorologe Christoph Hartmann am Sonntag in Offenbach. Zwar hat es Ende Oktober auch in Deutschland in der Vergangenheit schon geschneit, in den Niederungen lagen dann jedoch maximal fünf Zentimeter Schnee. In den Höhenlagen liegt der Schneerekord Ende Oktober bei 15 Zentimetern.

Von Schnee ist Deutschland derzeit noch weit entfernt, stattdessen sind in den ersten zehn Novembertagen sogar Wärmerekorde möglich. "Wir bleiben in der Südwestströmung, und die bringt uns weiterhin die vom Mittelmeer aufgeheizte Luft", sagte Hartmann.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, dapd)

Redaktion: Nicole Scherschun

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