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Top-Thema – Podcast

Schmuck statt Sex

Die Stadt Amsterdam im Wandel: Das historische Rotlichtviertel soll eine neue Perspektive bekommen und ein anderes Publikum anlocken. Doch die Pläne stoßen auf Widerstand.

Prostituierte im Schaufenster eines Nachtclubs

Im Rotlichtviertel

Das Rotlichtviertel in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam ist eines der bekanntesten in Europa. Besonders die halbnackten Damen, die sich in den Schaufenstern der Häuser präsentieren, ziehen viele Kunden an. Doch jetzt will die Stadt Amsterdam ihren Ruf verbessern. Statt Prostitution sollen Kunsthandwerk und Mode die Besucher anlocken.

Unter dem Motto "Red Light Fashion" durften bereits einige Modemacher ins Rotlichtviertel ziehen. Für ein Jahr können sie die ehemaligen Bordelle kostenlos nutzen. Auch Schmuckdesignerin Gesine Hackenberg bietet ihre Stücke dort an, wo bis vor kurzer Zeit noch Frauen ihre Körper verkauft haben. Ein bisschen komisch ist das schon, meint sie, aber dafür laufen hier täglich Hunderte von Touristen vorbei.

Das berüchtigte Viertel im ältesten Teil Amsterdams soll aufgewertet werden, doch die Bewohner wollen nicht kampflos gehen. Deshalb haben sich die Prostituierten mit Sexclubbesitzern und Kneipenwirten zusammengeschlossen. Sie befürchten, wieder auf dem Straßenstrich zu landen oder in die Illegalität abzurutschen.

Aus Protest ziehen die Frauen die Vorhänge zu, wenn sich jemand nähert, der nicht wie ein Freier aussieht. Die Modemacher und Schmuckdesigner wissen, dass sie als Eindringlinge angesehen werden. Gesine Hackenberg hat bruchfestes Glas in ihrem Schaufenster anbringen lassen. Sicherheitshalber.

Glossar

Rotlichtviertel, das – der Teil einer Stadt, in dem es viele → Bordelle gibt

jemanden anlocken – jemanden dazu bringen, zu einem bestimmten Ort zu kommen

Perspektive, die – hier: die Möglichkeiten und Chancen für jemanden/etwas in der Zukunft

sich präsentieren – sich bewusst in der Öffentlichkeit zeigen

jemand/etwas zieht jemanden an – hier: starkes Interesse bei jemanden wecken

Ruf, der – hier: die Meinung, die die Leute von jemanden/etwas haben; das allgemeine Ansehen

Prostitution, die – der Sex gegen Geld (bei Prostituierten)

Motto – hier: ein Spruch, der als Titel für ein Vorhaben dient

Bordell – ein Haus, in dem Prostituierte arbeiten

Schmuckdesigner/-in – jemand, der Schmuck nach seinen eigenen Vorstellungen herstellt

berüchtigt – sehr bekannt für etwas Negatives

etwas aufwerten – den Wert oder das Ansehen von etwas verbessern

sich zusammenschließen – eine Gemeinschaft bilden, um ein Ziel zu erreichen

Straßenstrich – eine Straße, auf der Prostituierte auf Kunden warten

in die Illegalität abrutschen – mit Tätigkeiten anfangen, die verboten sind

Freier, der – jemand, der für Sex zu einer Prostituierten geht

Eindringling, der – jemand, der ohne Erlaubnis irgendwo hineingeht

bruchfest – so, dass etwas nicht leicht kaputt gehen kann

sicherheitshalber – aus Gründen der Sicherheit

Fragen zum Text

1. Wen will die Stadt Amsterdam ins Rotlichtviertel locken?

a) Freier

b) Modeinteressierte

c) Kneipenwirte

2. Gesine Hackenberg befürchtet, dass …

a) die Prostituierten ihre Vorhänge zuziehen könnten.

b) ihre Fensterscheibe eingeschlagen werden könnte.

c) sie in die Illegalität abrutschen könnte.

3. Die Modemacher im Rotlichtviertel … ein Jahr lang keine Miete bezahlen.

a) müssen

b) können

c) dürfen

4. Wie kann der folgende Satz anders ausgedrückt werden: "Prostituierte und Kneipenwirte wollen nicht kampflos gehen"?

a) Entweder Prostituierte oder Kneipenwirte wollen kampflos gehen.

b) Sowohl Prostituierte als auch Kneipenwirte wollen kampflos gehen.

c) Weder Prostituierte noch Kneipenwirte wollen kampflos gehen.

5. Welcher Satz hat eine andere Bedeutung als die Aussage: "Ein bisschen komisch ist das schon"?

a) Schon ist das ein bisschen komisch.

b) Das ist schon ein bisschen komisch.

c) Komisch ist das schon ein bisschen.

Arbeitsauftrag

Wie beurteilen Sie die Idee der Stadt Amsterdam für das Rotlichtviertel? Führen Sie eine Podiumsdiskussion und übernehmen Sie dabei zum Beispiel die Rolle einer Prostituierten, eines Geschäftsinhabers, eines Touristen oder des Bürgermeisters.

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