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Aktuell Europa

Schlimmstes Hochwasser in Russland seit 120 Jahren

Die russische Region an der Grenze zu China steht nach schweren Regenfällen teilweise unter Wasser. Tausende Helfer sind im Einsatz. Ganze Landstriche müssen möglicherweise evakuiert werden.

Bei den schwersten Überschwemmungen im Fernen Osten Russlands seit 120 Jahren haben Rettungskräfte etwa 17.000 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter mehr als 5000 Kinder. Zehntausende Helfer kämpfen entlang des Amur-Flusses an der Grenze zu China mit schwerer Technik gegen ein verheerendes Hochwasser.

Rund 5300 Häuser in mehr als 120 Orten seien nach schweren Regenfällen überflutet, sagte Zivilschutzminister Wladimir Putschkow bei einer Videokonferenz mit Präsident Wladimir Putin. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, müssten bis zu 100.000 weitere Menschen in Sicherheit gebracht werden, hieß es in russischen Medien.

Erst die Menschen schützen

Kremlchef Putin versprach weitere Rettungskräfte für das Gebiet rund 6000 Kilometer östlich von Moskau. "Der Schaden ist groß, aber Stromleitungen und Brücken kann man wieder aufbauen. Schützen Sie zuerst die Menschen, nicht das Material», sagte Putin in der vom Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. Er kündigte eine Erhöhung der Soforthilfe von 100 Millionen Rubel (etwa 2,5 Millionen Euro) an. Der Schaden wird von den Behörden schon jetzt auf Dutzende Millionen Euro geschätzt.

Massenimpfungen geplant

Eine riesige Transportmaschine vom Typ Iljuschin Il-76 brachte Planierraupen zum Dammbau sowie Boote und Nahrung in die Region. Mehrzwecktransporthubschrauber vom Typ Mi-8 und Mi-26 bargen zahlreiche Bewohner. Am Montag könne der Amur-Pegel bei der Großstadt Chabarowsk bei 6,50 Meter stehen, acht Zentimeter höher als beim Jahrhunderthochwasser 1898, sagte Wjatscheslaw Parschin vom Hydrometeorologischen Amt. Nach Einschätzungen von Meteorologen werden die Hochwasser frühestens Anfang September zurückgehen.

Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa kündigte Impfungen für die Bewohner der Region an. Die Menschen müssten vor Typhus und Leberentzündungen geschützt werden, sagte die Ressortchefin der Agentur Itar-Tass zufolge. Medizinstudenten aus Moskau sollen in den nächsten Tagen die örtlichen Ärzte unterstützen. Zum Schutz vor Plünderungen verstärkte die Polizei die Streifen in den evakuierten Gebieten.

gmf/wl (dpa, rtr)