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Sport

Schlierenzauer gewinnt Vierschanzentournee

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer hat sich mit Platz drei beim Abschlussspringen in Bischofshofen den Gesamtsieg der Vierschanzentournee gesichert. Severin Freund war als Gesamt-Siebter bester deutscher Springer.

Die österreichischen Skispringer Thomas Morgenstern (l.) als Tagessieger und Gregor Schlierenzauer als Tournee-Gesamtsieger jubeln in Bischofshofen (Foto: dpa)

Jubel: Thomas Morgenstern (l.) und Gregor Schlierenzauer

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer beim Sprung (Foto: dpa)

Schlierenzauer: siegt verdient

Für Gregor Schlierenzauer war es der schönste Tag in seiner Karriere als Skispringer, für die deutschen Starter war es das Ende einer eher enttäuschenden Vierschanzentournee. Während der Österreicher erstmals die traditionsreiche Tournee gewann, blieb der DSV-Mannschaft nach dem Abbruch-Springen in Bischofshofen nur die Heimreise und das zum dritten Mal in Serie ohne Podestplatz. "Was wir alle wollten, war um den Sieg mitzuspringen. Man hat aber gesehen, wie schwierig es ist, einen Podestplatz zu erreichen. Unsere Top-Leute haben die Tournee nicht konstant hinbekommen, deshalb haben wir das große Los leider nicht gezogen. Damit ist es eine nur minimal bessere Gesamtsituation als im Vorjahr", bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster.

Enttäuschung im deutschen Team

Severin Freund beim Sprung (Foto: AP/dapd)

Freund: Gesamt-Siebter

Beim Sieg des Österreichers Thomas Morgenstern im nach einem Durchgang abgebrochenen Finale in Bischofshofen war Richard Freitag als Zehnter bester DSV-Starter und schaffte es auch in der Endabrechnung noch in die Top Ten. Severin Freund wurde nur 30. und beendete die Tournee auf dem siebten Gesamtrang. "Bis zur Hälfte lief es super, da war ich voll auf Kurs. Danach habe ich nicht mehr das umgesetzt, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Ich will daraus lernen und es künftig besser machen", resümierte der 23-jährige Deutsche.

Dagegen jubelte Schlierenzauer über seinen Sieg bei der Jubiläumstournee. "Ich habe solange dafür gekämpft. Jetzt ist mein Traum in Erfüllung gegangen. Es ist unbeschreiblich. Ich werde diesen Erfolg genießen", sagte er. Der Flug-Stilist bescherte den Austria-Adler den vierten Gesamterfolg nacheinander, was in der 60-jährigen Tournee-Geschichte noch keiner Nation gelungen war.

Wetterlotterie in Bischofshofen

Der Österreicher Andreas Kofler trinkt während einer Sprungpause in Bischofshofen ein Heißgetränk (Foto: AP/dapd)

Kofler: Abwarten, Tee trinken

Wegen des Wintereinbruchs stand das Finale immer wieder auf der Kippe und wurde letztlich zu einer mehrstündigen Nervenschlacht, in der Schlierenzauer cool blieb. Während er nach einem Sprung auf 131 Meter verdient triumphierte, büßte sein Verfolger Andreas Kofler mit 122 Meter im ersten Durchgang alle Chancen ein und wurde im Gesamtklassement sogar noch von Vorjahressieger Morgenstern überflügelt. "Ich habe viel riskiert und verloren", sagte Kofler. Bei heftigem Schneefall hatte schon die am Donnerstag (05.01.2012) abgebrochene Qualifikation 30 Minuten später begonnen und musste nach 39 Springern erneut vorzeitig beendet werden. Zuvor hatten Stephan Hocke, der später als 44. ausschied, und vor allem der Slowene Jurij Tepes nur mit Mühe einen Sturz verhindern können. Dieses Schicksal ereilte nun im ersten Durchgang den Tschechen Lukas Hlava, der einen offenen Nasenbeinbruch erlitt.

Viel Arbeit für den Bundestrainer

Zuschauer stehen bei Schneefall unter dem Schild mit der Aufschrift Auf Wiedersehen in Bischofshofen (Foto: AP/dapd)

... bei der nächsten Tournee

Das blieb den DSV-Springern zwar erspart. Doch im übertragenen Sinne holten auch sie sich eine blutige Nase, weil der erhoffte Höhenflug ausblieb. Stattdessen musste Bundestrainer Schuster konstatieren, dass seinen Vorzeigespringern noch der "Killer-Instinkt" fehlt, den die überragenden Österreicher seit Jahren haben. "Dieser Schritt fehlt definitiv noch. Dass die Top-Leute so stabil und fundiert sind, dass sie mit dem Selbstverständnis in die Tournee gehen: Heuer bin ich stark genug, dass ich vom ersten Wettbewerb weg um den Sieg mitspringen will", analysierte Schuster.

Ganz anders die Österreicher, die bärenstark auftrumpften. Das Austria-Trio Schlierenzauer, Kofler und Morgenstern degradierte den Rest der Skisprung-Welt zu Statisten und schaffte neun von zwölf möglichen Podestplätzen. Überragender Mann mit zwei Tagessiegen war dabei Schlierenzauer. "Er ist von seiner Grundtechnik her schon seit Jahren ein fantastischer Springer. Er hat gute Hebel, eine Figur wie damals Matti Nykänen. Lange Beine, aber muskulös. Und er hat eine extrem gute Grundtechnik und ein fantastisches Fluggefühl", lobte Schuster den Ausnahmekönner, der endgültig im Skisprung-Olymp angekommen ist.

Autor: Calle Kops (sid, dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann

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