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Asien

Schlichter im Südchinesischen Meer?

Bei ihrem Indonesien-Besuch lobte US-Außenministerin Clinton die Zusammenarbeit mit dem asiatischen Partner. Die USA hoffen, dass der Inselstaat im Konflikt um das Südchinesische Meer vermitteln kann.

Indonesien spielt wegen seiner strategischen Lage in Südostasien eine wichtige Rolle für die US-Außenpolitik. Der größte Inselstaat der Welt liegt zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean, an der Kreuzung wichtiger Handelswege. Für die USA und ihre Partner in der Region, vor allem Japan und Südkorea, ist das Land daher geopolitisch von großer Bedeutung. Vor allem die USA und China versuchen, ihren Einfluss in Südostasien zu stärken.

Bei ihrem Besuch in Indonesien sprach US-Außenministerin Hillary Clinton Anfang dieser Woche auch über den Konflikt um das Südchinesische Meer. Dort streitet China über Gebietsansprüche - vor allem mit den ASEAN-Staaten Vietnam und den Philippinen, aber auch mit Brunei und Malaysia. Die USA hoffen, dass Indonesien die ASEAN-Mitglieder zu einer gemeinsamen Position führen kann. Das letzte Gipfeltreffen im Juli in Kambodscha endete ohne gemeinsame Abschlusserklärung, da Kambodscha als Gastgeber das Thema nicht auf die Agenda nehmen wollte. Einige ASEAN-Mitglieder sahen die Schuld dafür bei China und warfen der Volksrepublik vor, Kambodscha unter Druck zu setzten. China lehnt bisher multinationale Verhandlungen ab und setzt lieber auf bilaterale Gespräche.

US-Außenministerin Clinton und und ihr indonesischer Amtskollege Natalegawa in Jakarta

US-Außenministerin Clinton und und ihr indonesischer Amtskollege Natalegawa am Montag (03.09.) in Jakarta

Zwei Großmächte ringen um Einfluss

Bei der ASEAN-Konferenz in Kambodscha habe China seinen starken Einfluss gezeigt, sagt der indonesische Politikwissenschaftler Philips Vermonte vom Zentrum für Strategische Studien CSIS in Jakarta. ASEAN wolle eigentlich als neutrale und unabhängige Kraft auftreten. Aber nun gerät der Staatenverbund unter den Einfluss zweier konkurrierender Großmächte. "Singapur, die Philippinen und Thailand stehen traditionell näher bei den USA, während China großen Einfluss auf Myanmar, Laos und Kambodscha hat", meint Vermonte. Indonesien und Malaysia würden sich dagegen um eine neutrale und unabhängige Position bemühen.

Indonesien, das florierende Handelsbeziehungen mit China pflegt, will den Konflikt um das Südchinesische Meer nicht weiter eskalieren lassen und setzt auf Gespräche. Der indonesische Außenminister Marty Natalegawa hatte in den letzten Monaten mehrere Gespräche mit den Nachbarländern und mit China geführt. Bei seinem Besuch in Jakarta Anfang August betonte Chinas Außenminister Yang Jiechi, China und ASEAN wollten den Streit auf diplomatischen Wegen lösen.

Karte der chinesischen Besitzansprüche im südchinesischen Meer

Die chinesischen Besitzansprüche im Südchinesischen Meer

Indonesien will stärkere Rolle

Seit einigen Jahren ist Indonesien bestrebt, eine größere Rolle auf internationaler Bühne zu spielen. Dies ist möglich, weil das Land jetzt als eine stabile Demokratie in Südostasien gilt. In dem Freiheits-Index der amerikanischen Organisation Freedom House von 2011 wird Indonesien als freies Land geführt, weit vor Malaysia, Singapur, den Philippinen und Thailand. Politische Stabilität ermöglicht eine vielversprechende Wirtschaftsentwicklung. Das jährliche Wirtschaftswachstum liegt seit einigen Jahren stabil bei über sechs Prozent.

"Auch China versucht eine Annäherung an Indonesien. Zum Beispiel in Form von Finanzhilfen, Bau- und Infrastrukturprojekten. China hat auch militärische Ausrüstung angeboten", sagt Vermonte. Der Besuch von US-Außenministerin Clinton sei insofern auch als Signal zu sehen, dass die USA Präsenz zeigen, um dem wachsenden Einfluss Chinas in der Region etwas entgegenzusetzen.