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Flucht und Migration

Schleuserbande in Griechenland festgenommen

Sie nutzen das Elend der Menschen, um skrupellos an Geld zu kommen: Schlepper schicken Flüchtlinge mit oft seeuntauglichen Kähnen aufs Meer. Jetzt legte die Polizei einer Gruppe das Handwerk.

Symbolbild Flüchtlingsboot Mittelmeer (picture-alliance/dpa/AP/S. Diab )

Schlauchboot mit Flüchtlingen im Mittelmeer (Archivbild)

Der griechischen Polizei ist ein Schlag gegen internationale Schleuser gelungen. Sie nahm in verschiedenen Regionen des Landes insgesamt 20 Männer fest. Bei den Verdächtigen handele es sich um Mitglieder einer größeren Bande, die seit Jahren systematisch Pässe und andere Dokumente gefälscht und sie an Migranten verkauft habe, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Kreisen des griechischen Bürgerschutzministeriums. Die Mitglieder des Schleppernetzwerks stammten aus Syrien, Albanien und Griechenland.

Die Migranten versuchten, mit den gefälschten Papieren an Bord von Fähren nach Italien zu kommen, nachdem Schleuser sie von der türkisch-griechischen Grenze nach Westgriechenland gebracht hätten, berichtet dpa. Andere reisten, als "Touristen" getarnt, über die Flughäfen griechischer Inseln nach Westeuropa. Während der Tourismus-Hochsaison waren an Flughäfen zahlreicher Ägäisinseln in diesem Sommer wiederholt Migranten mit falschen Reisedokumenten gestoppt worden, kurz bevor sie an Bord gingen. Auch am Wochenende hatte die Polizei mehr als 60 Migranten und zwei Schleuser festgenommen.

"Sophia"-Einheiten zerstören mehr als 400 Boote

Die Europäische Union bekämpft im Rahmen ihrer Mission "Sophia" Menschenschmuggler im Mittelmeer. Seit 2015 beteiligt sich auch die deutsche Marine mit der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" an dem Einsatz. Nach Angaben der Bundeswehr wurden seit Beginn der Mission rund 110 mutmaßliche Schleuser durch italienische Behörden festgenommen. Mehr als 400 von Schleppern genutzte Boote wurden zerstört. Insgesamt wurden durch Einheiten der Mission über 40.000 Menschen aus Seenot gerettet.

Fregatte Mecklenburg-Vorpommern 2009 (picture alliance/dpa)

Die deutsche Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", hier noch in der Kieler Förde (Archivbild)

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sind 2017 bislang rund 148.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Mehr als 110.000 kamen in Italien an. Dorthin werden alle von europäischen Kriegsschiffen geretteten Flüchtlinge gebracht. Die Regierung in Rom verlangt, auch Häfen in anderen EU-Staaten hierfür zu öffnen.

Nach Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verloren in diesem Jahr schon über 2800 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ihr Leben. Die Migranten kommen auf mehreren Routen nach Europa. Frontex unterscheidet vier Hauptwege über das Mittelmeer: die westliche Mittelmeer-Route über Marokko nach Südspanien; die zentrale Mittelmeer-Route über Libyen nach Lampedusa oder nach Malta; die Apulien-Kalabrien-Route aus der Türkei und Ägypten nach Süditalien sowie die östliche Mittelmeer-Route, die über Ägypten, Jordanien, den Libanon, Syrien und die Türkei nach Griechenland führt.

jj/kle (dpa, bundeswehr)

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