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Schlepperei

Es gibt Schlepptaue, -seile, -lifte und -bügel. Manche schleppen sich oder andere ab, andere verschleppen etwas. Ob zu Land oder zu Wasser, beim Einkauf oder beim Arzt. Bewegt wird in jedem Fall etwas oder jemand.

Krankheiten treffen jeden. Egal, ob Erkältungen, eine Grippe, Zahn- oder Rückenschmerzen. Mit vielen Krankheiten ist nicht zu spaßen. Wenn es einen erwischt, sollte man sich auskurieren und die Krankheit nicht verschleppen. Die wenigsten nehmen sich aber Zeit, sich auszukurieren und schleppen sich trotzdem zur Arbeit.

Müde Schlepperei

Eine Frau sitzt mit Schal um den Hals im Büro

Krank an den Arbeitsplatz geschleppt

Müde und schlapp fühlen sie sich da; sie brauchen einen großen Kraftaufwand, um sich fortzubewegen. Im Wörterbuch wird schleppen denn auch definiert als "unter großem Kraftaufwand langsam hinter sich herziehen". Na ja, der Kranke wird nicht geschleppt – wie früher die Schiffe –, sondern er schleppt sich selber.

Und wer seinen Freunden und Bekannten mit den Worten "Ich habe mich zum Arzt geschleppt" den Besuch beim Arzt verkauft, der übertreibt in aller Regel ein bisschen. Denn der Kraftaufwand ist nicht allzu groß, schließlich ist man alleine gegangen.

Einkaufstüten schleppen

Anders sieht das mit dem Kraftaufwand schon beim Einkauf aus, etwa zu Weihnachten. Zur fraglichen Zeit sieht man auffallend viele Menschen, die sich in den Innenstädten mit großen Tragetüten abschleppen. Das tun sie durchaus freudig, obwohl dieses Schleppen von vollen Tüten und Taschen durchaus mühsam sein kann.

Den Bus durch einen kleinen Spurt zu erreichen, wird durch Gewicht und Umfang der Einkäufe erschwert. Es geht halt nicht so schnell, wenn man unter einem Arm das Paket mit der Satellitenschüssel trägt und sich die andere Hand um die Plastiktüten mit den vier günstigen Winterpullis und den Geschenken für Kinder, Tante, Onkel, Oma, Opa, die Eltern, und den Partner krampfen. Trotz der ganzen Mühsal: Das Glücksgefühl überwiegt.

Schleppseil

Ein Schlepper schleppt ein Kreuzfahrtschiff

Kleine Schlepper haben viel Kraft

Mit den Getränkekisten, die vom Erdgeschoß in den vierten Stock geschleppt werden müssen, ist das etwas anderes. Da wünscht man sich schon einen Aufzug, der – wäre er denn vorhanden – dennoch kein Schlepplift wäre.

Diese, die Schlepplifte, transportieren ja bekanntlich die Skifahrer auf den Berg. An einem Schleppseil sind Schleppbügel befestigt, die sich der Skifahrer hinter den verlängerten Rücken, den Hintern, platziert und so den Hügel hinaufgeschleppt wird.

Schlepptau

Apropos Schleppseil: Schleppseile kann man auch in der Binnenschifffahrt und in Häfen sehen. Schlepper, die am Schleppseil Lastkähne die Flüsse hinaufziehen oder große Schiffe an ihre Liegeplätze bugsieren.

Nicht nur real, sondern auch bildlich gesehen, sind die Lastkähne und die großen Schiffe damit ins Schlepptau genommen worden. Die aus der Seemannssprache entlehnte Redewendung bedeutet, dass man jemandem, der aus eigener Kraft nicht weiterkommt, hilft. Es kann aber auch bedeuten, jemanden gegen seinen Willen gewissermaßen mit sich zu ziehen und ihn so von sich abhängig zu machen.

Kriminelle Schlepper

Drei Grenzpolizisten besteigen einen LKW

Mühsamer Kampf gegen Schlepperbanden

Schlepper kommen aber nicht nur als Schiffe daher. Wer hat sich auf einspurigen Landstraßen nicht schon über einen Sattelschlepper geärgert, der nicht überholt werden konnte. Sehnsüchtig erwartet werden dagegen Abschleppfahrzeuge der Straßenwacht, wenn das Auto mitten auf der Straße streikt und nichts mehr geht.

Weniger freundlich ist eine andere Art der Schlepper zu Land, die menschlichen Schlepper. Sie schleusen illegal Menschen von einem Land in ein anderes und kassieren dafür einen Haufen Geld. Manche verschleppen ihre Opfer gar gegen deren Willen und zwingen sie später zur Prostitution.

Abschleppen

Prostituierte wiederum schleppen ihre Freier ab. Natürlich schleppt man sprichwörtlich auch außerhalb des Milieus jemanden ab – und zwar, wenn man ihn oder sie zu einem Schäferstündchen mitnimmt.


Fragen zum Text

Ist man krank und geht dennoch arbeiten, dann wird die Krankheit …

1. abgeschleppt.

2. verschleppt.

3. angeschleppt.

Skifahrer nutzen gerne …

1. ein Abschleppseil.

2. einen Schlepplift.

3. ein Schlepptau.

Keine Schlepper sind …

1. Schiffe.

2. illegale Banden.

3. Sessellifte.

Arbeitsauftrag

Jedes Jahr gibt es Berichte über illegale Schlepper, die Menschen für viel Geld aus ihren Heimatländern in Industrieländer bringen – meist unter menschenunwürdigen Bedingungen. Suchen Sie sich entsprechende Beispiele und berichten Sie in einem Referat darüber, wie die Schlepper vorgehen, was mit ihren Opfern passiert und wie die jeweiligen Regierungen mit dem Problem umgehen.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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