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Fokus Osteuropa

Schleppende Rückkehr der Flüchtlinge ins Kosovo

Internationale und kosovo-albanische Vertreter haben anlässlich des Weltflüchtlingstages die Rückkehr aller Binnenflüchtlinge ins Kosovo gefordert. Entscheidend dafür ist aber, dass sie im Kosovo auch leben können.

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Flüchtlingsfamilie im Kosovo

Anlässlich des internationalen Flüchtlingstages besuchten Vertreter des UNHCR und der Beauftragte des UN-Genralsekretärs für Binnenflüchtlinge, Walter Kälin, das Kosovo. Während der Gespräche mit offiziellen Kosovo-Vertretern forderte Kälin, dass mehr

Flüchtlinge heimkehren. „Wir müssen alle zusammenarbeiten, um zu garantieren, dass alle

Binnenflüchtlinge nach Hause zurückkehren - und zwar so schnell wie möglich. Wir müssen daran arbeiten, um alle vor uns stehenden Hindernisse auszuräumen. Wenn wir über das Kosovo sprechen, dann hoffe ich, dass wir künftig mehr zurückgekehrte Flüchtlinge sehen werden als es in den vergangenen Jahren der Fall war".

Kosovo-Regierung unterstützt Rückkehr

Auch die Regierung des Kosovo setzt sich für die Rückkehr der Binnenflüchtlinge ein. Regierungsvertreter betonen jedoch, dass es noch Hindernisse gebe wegen wirtschaftlicher Probleme sowie psychologischer, aber auch politischer Fragen. Regierungssprecher Daut Dauti sagte der Deutschen Welle: „Das Problem der Flüchtlingsrückkehr ins Kosovo ist eher ein wirtschaftliches und finanzielles Problem. Als politisches Problem wird es eher in Serbien beziehungsweise in Belgrad betrachtet. Dort wird versucht, die Flüchtlinge zu manipulieren, damit sie nicht ins Kosovo zurückkehren. Dieser politische Aspekt ist das Problem, das zwischen dem Kosovo und Belgrad besteht". Gemischte Arbeitsgruppen

Um die Probleme zu vermeiden, die während des Rückkehrprozesses aufgetreten sind und um bessere Bedingungen für die Rückkehr zu schaffen - insbesondere die der Mitglieder der serbischen Minderheit - laufen seit Monaten Gespräche zwischen Vertretern von Pristina und Belgrad. Bei den zwei letzten Treffen, die einmal in Belgrad und dann in Pristina stattfanden, einigten sich die serbischen und albanischen Unterhändler unter internationaler Vermittlung darauf, dieses Problem als eine humanitäre Frage zu betrachten. Uneins sind sich die Unterhändler hinsichtlich der Zahl der Flüchtlinge, die zurückkehren sollen. Inzwischen sind die Unterhändler darum bemüht, die Unstimmigkeiten über die Zahl der Rückkehrer zu vermeiden. Beide Seiten wollen auch nicht Manipulationen Raum bieten.

„Keine Frage von Zahlen“

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Rückkehr, der UNHCR-Beauftragte Gottfried Käfner, meint: „Die Frage der Rückkehr ist keine Frage von Zahlen. Die Rückkehr muss Realität werden und dauerhaft sein, weil die Menschen hier leben, sich frei bewegen und den Zugang zum öffentlichen Leben erhalten müssen. Und das ist die Herausforderung, die den Institutionen und Bürgern bevorsteht.“ Käfner zufolge räumen auch die Mitglieder der Arbeitsgruppe aus Pristina und Belgrad dies ein. „Und es liegt wiederum in der Verantwortung der Institutionen in diesen beiden Zentren, die Rückkehr umzusetzen", sagte Gottfried Käfner. Höchste Flüchtlingszahl der Region

Verglichen mit anderen Ländern und Regionen hat das Kosovo die Flüchtlingszahl. Sechs Jahre nach Kriegende sind etwa 12.000 Binnenflüchtlinge ins Kosovo zurückgekehrt, Zehntausende leben noch außerhalb des Kosovo.

Anlässlich des Weltflüchtlingstages haben die Vertreter der Kosovo-Institutionen dazu aufgerufen, dass alle Flüchtlinge, die in der Region oder anderen Staaten leben, zurückkehren. Alle Bürger des Kosovo sollen ungeachtet ihrer ethnischen, sozialen und kulturellen Unterschiede ins Kosovo zurückkehren, weil es ihre Heimat sei.

Bekim Shehu, Pristina

DW-RADIO/Albanisch, 20.6.2005, Fokus Ost-Südost