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Wirtschaft

Schleppende Erholung - nur China boomt

Die globale Wirtschaft erholt sich nach Einschätzung der Weltbank langsamer von der Krise als gedacht. Die Auswirkungen werden den Prognosen zufolge noch mindestens für zehn Jahre zu spüren sein.

Arbeiter auf einer Baustelle in Guangzhou im Süden Chinas (Foto: AP)

China sieht die Krise weitgehend überwunden

In ihrer "Globalen Wirtschaftsprognose 2010" dämpft die Weltbank die Hoffnung auf ein rasches Wachstum. Zwar sei die "akute Phase" der Krise vorüber, es gebe aber nach wie vor chronische Schwächen, warnte die internationale Finanzinstitution am Donnerstag (21.01.2010) in ihrem Konjunkturausblick.

Neue Rezession 2011?

Für das laufende Jahr erwartet die Weltbank ein globales Wirtschaftswachstum um 2,7 Prozent, für 2011 ein Plus von 3,2 Prozent - wenn alles gut geht. Denn in ihrem Bericht spricht die Weltbank auch von erheblichen Ungewissheiten. Je nachdem, wie sich das Konsum- und das Geschäftsklima in den nächsten Monaten entwickelten, könne das Wachstum 2011 geringer oder leicht höher ausfallen.

Mit besonderer Sorge beobachtet die Institution das Vorgehen der Politik: Vieles hänge vom Zeitplan ab, nach dem die massiven Programme zur Stabilisierung der Weltwirtschaft zurückgefahren werden. Würden dabei Fehler gemacht, drohe schon im kommenden Jahr eine neue Rezession, erklärte die Weltbank.

Verhaltener Ausblick für die Entwicklungsländer

Auch die Entwicklungsländer müssen sich der Prognose zufolge auf weitere Hürden einstellen: Höhere Kreditkosten, geringere Kreditverfügbarkeit und schwächere internationale Kapitalflüsse werden sie nach Einschätzung der Weltbank belasten. "Leider ist nicht zu erwarten, dass sich die Weltwirtschaft über Nacht von dieser tiefen, schmerzvollen Krise erholt, denn es wird viele Jahre dauern, ehe die Volkswirtschaften und die Beschäftigung wieder die alten Niveaus erreichen", sagte Justin Lin, der Chefvolkswirt der Weltbank. "Die Armen werden einen ganz realen Preis dafür zahlen müssen."

Beim Wachstum gibt es allerdings optimistische Signale für die Entwicklungsländer: Ihnen steht nach der Washingtoner Prognose eine relativ robuste Erholung bevor. Um 5,2 Prozent soll die Wirtschaft in den Entwicklungsländern in diesem Jahr wachsen, im nächsten um 5,8 Prozent - nach einer Abschwächung auf 1,2 Prozent im Krisenjahr 2009. Damit lag das Wachstum in den Entwicklungsländern immer noch im positiven Bereich - insgesamt war die Weltwirtschaft in den vergangenen zwölf Monaten um 2,2 Prozent geschrumpft.

Jubel-Meldungen aus China

Positive Nachrichten werden derweil von der Nationalen Statistikbehörde Chinas verbreitet: Das Wachstum habe sich am Jahresende deutlich beschleunigt, heißt es aus Peking. Die Behörde hat für das Schlussquartal ein Plus von 10,7 Prozent errechnet. Im Gesamtjahr kommen die Statistiker auf ein Wirtschaftswachstum von 8,7 Prozent.

China hat sich damit nach Bekunden der Regierung als erstes Land von der Krise erholt. Der Leiter der Statistikbehörde, Ma Jiantang, räumte allerdings ein, dass es hinsichtlich der weiteren Entwicklung immer noch Unsicherheiten gebe. Als Folge des starken Wirtschaftswachstums nimmt in China die Inflationsgefahr zu. Experten warnen bereits vor einer Überhitzung der chinesischen Konjunktur.

Autor: Frank Wörner (rtr, dpa, ap)
Redaktion: Herbert Peckmann

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