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Deutschlehrer-Info

Schlechtes Zeugnis für Apps zum Deutschlernen

Flücht­linge warten oft monatelang auf freie Plätze in Deutsch­kursen. Da viele von ihnen ein Smartphone besitzen, wurden jetzt zwölf Apps zum Deutsch­lernen getestet. Das Ergebnis: Nur zwei sind empfehlenswert.

Der Fokus der Untersuchung lag auf Angeboten für arabischsprachige Muttersprachler, weil die meisten Flüchtlinge aus Syrien stammen. Zwölf Apps für Deutschanfänger, davon neun für Erwachsene und drei für Kinder, hat die „Stiftung Warentest“ unter die Lupe genommen.

Dabei gab es deutliche Qualitätsunterschiede, stellten die Verbraucherschützer fest. Als „gut“ stuften die Tester nur zwei Angebote ein, die sich beide an Erwachsene richten: das Lern­programm „Ankommen“ vom Bundes­amt für Migration und Flücht­linge (BAMF) und das Lern­spiel „Lern Deutsch - Stadt der Wörter“ vom Goethe-Institut. Beide Apps bauen Wort­schatz auf, trainieren die Sprach­fertigkeiten Hören, Lesen und Schreiben und bieten sogar einige Grammatik­übungen. Für dieses Medium verfügen die Apps also über eine große Bandbreite, wobei die Tester schon im Vorfeld klarstellten, dass eine App keinesfalls einen Deutschkurs ersetzen kann. Doch diese beiden Apps stellen den Usern immerhin einen guten Einstieg zur Verfügung. Bei anderen getesteten Apps ist der Wortschatz zu gering, oder es fehlen die Übungen. Die Apps für Kinder überzeugten ebenfalls nicht, weil sie zu wenig abwechslungsreich sind.

Die App „Ankommen“, die im Januar 2016 an den Start ging, hat sich mittlerweile bewährt. Fast 135.000 Downloads wurden bisher verzeichnet, so das BAMF, das die Smartphone-Anwendung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Goethe-Institut und dem Bayerischen Rundfunk entwickelte. Die App punkte vor allem, weil sie inhaltlich konsequent auf Flüchtlinge zugeschnitten sei und nah an ihrem Alltag bleibe, lautet das Fazit der „Stiftung Warentest“. Sie bietet neben dem Selbstlernkurs Deutsch auch Informationen für Asylsuchende und praktische Tipps zum Leben in Deutschland und wird regelmäßig aktualisiert. Die App ist kostenlos und wurde bei ihrer Einführung in Erstaufnahmeeinrichtungen vorgestellt.

suc/mk (KNA, AFP)

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