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Asien

Schlechtes Rating für China

Die US-amerikanische Ratingagentur Moody's hat Chinas Kreditwürdigkeit um eine Stufe gesenkt. Das ist die erste Herabstufung seit 1989.

Von Aa3 auf A1 - Moody's hat unangekündigt Chinas Kreditwürdigkeit schlechter eingestuft. Die Agentur argumentiert mit nachlassendem Wirtschaftswachstum und steigenden Schulden im Reich der Mitte. Damit bleibt China auf derselben Stufe wie Japan, Tschechien und Saudi Arabien, allerdings eine Stufe niedriger als Taiwan und Macau. Aa3 bedeutet "gute Schuldner, etwas höheres Risiko", während bei A1 "die wirtschaftliche Gesamtlage" zu beachten ist. Moody sieht beide Stufen als investmentwürdig an. Deutschland erhält von Moody's das beste Rating Aaa.

Das Finanzministerium in Peking reagierte schnell auf die Herabstufung. Es sei nicht angemessen, das Risiko der chinesischen Wirtschaft überzubewerten. In einer Stellungnahme hieß es, Moody's habe die Gefahren durch steigende Schulden und langsameres Wachstum zu hoch eingeschätzt. Die Pekinger Regierung sei festen Willens, wirtschaftliche Strukturreformen in Angriff zu nehmen. Das gesamtwirtschaftliche Angebot soll stärker auf qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen ausgeweitet und die Binnennachfrage stimuliert und die Abhängigkeit von Exporten, öffentlichen Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen stark reduziert werden.

China exportiert Luxusbusse nach Venezuela (picture-alliance/dpa/W. Chun)

Chinas Wachstum wird langsamer

Man habe zu lange von Reformmaßnahmen gehört, gehandelt wird jedoch wenig, so Shen Ling, Juniorprofessor der Wirtschaftswissenschaften an der Ostchinesischen Universität der Wissenschaft und Technik in Shanghai. Im DW-Interview sagt Shen, die öffentliche Verwaltung sei bei der Ankurbelung der Wirtschaft von neuen Schulden abhängig, vor allem die Kommunen. "Das Wachstum in China ist überwiegend auf öffentliche Investitionen zurückzuführen. Privates Kapital spielt dabei keine Rolle." Deswegen sei die Entscheidung von Moody's gerechtfertigt.

Die Herabstufung von Chinas Kreditwürdigkeit habe zunächst negative Einflüsse auf chinesische Darlehensgeschäfte im Ausland, so Wirtschaftswissenschaftler Shen. Auch die von Chinas Regierung geplante Internationalisierung der Währung Renminbi sei betroffen. "Die Zinsen werden steigen, "Wenn China auf dem internationalen Kapitalmarkt künftig Geld leihen will, zum Beispiel durch Staatsanleihen, müssen höhere Zinsen gezahlt werden, um das höhere Risiko abzudecken. Chinas Regierung will aber, dass immer mehr internationale Geschäfte auf Renminbi-Basis abgewickelt werden."

Gelddruck chinesische Banknoten (picture-alliance/dpa/Mark)

Chinas Währung Renminbi

Andere international führende Ratingagenturen sehen die Kreditwürdigkeit Chinas ähnlich wie Moody's.  Fitch bewertet China mit "A+", vergleichbar mit Moody's A1. Standard & Poor's stuft China in die Kategorie "AA-" ein, das ist eine Stufe besser als A1.