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Wirtschaft

Schlechte Stimmung

Die Kurse in Frankfurt fallen weiter, kaum ein Wert steht im Plus. Händler warten gespannt auf die Geschäftszahlen von DaimlerChrysler.

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Man kann es den Frankfurter Händlern nicht verdenken, dass sie nicht allzu bester Stimmung sind. 4,3 Millionen Menschen sind in Deutschland ohne Arbeit, düstere Konjunkturindikatoren in den USA und laue internationale Vorgaben - bei all dem wäre es ein kleines Wunder, wenn es in Frankfurt Kursgewinne gäbe. Der Deutsche Aktienindex DAX hat bis zum Mittag 2,2 Prozent verloren und steht bei 4830 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 1,7 Prozent nach auf 1072 Zähler.

Geschäftszahlen von DaimlerChrysler

Besonders gespannt blicken die Anleger heute auf die Papiere von DaimlerChrysler. Der Automobilkonzern wird im Laufe der Tages seine vorläufigen Geschäftszahlen für 2001 vorlegen und den Ausblick auf das laufende Jahr präsentieren. DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte in einem Interview gesagt, er rechne für das Jahr 2002 mit einem deutlich besseren Ergebnis als im Jahr 2001. Einige Analysten nehmen ihm das nicht so recht ab und begründen ihre Skepsis mit dem schwierigen Automarkt in den USA. So hatte die US-Sparte Chrysler im Januar nach eigenen Angaben in den USA knapp neun Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr abgesetzt.


DaimlerChrysler wird sich am Montag auch zur Dividende äußern. Im Vorfeld hatte es Gerüchte gegeben, dass die Dividende gekürzt werde. Die Aktie liegt derzeit mit über zwei Prozent im Minus. Auch die übrigen Autowerte im DAX, Volkswagen und BMW, verzeichneten Verluste in ähnlicher Höhe.

Lufthansa unter Druck

Die Lufthansa-Aktie gab am Mittwoch weiter ab und verbilligte sich um drei Prozent. Marktbeobachter nannten die "guten Zahlen" des irischen Konkurrenten Ryanair als Grund für den anhaltenden Kursrückgang. Der Billigflieger hatte am Vortag einen Rekordgewinn bekanntgegeben. Nach Ansicht eines Händlers hat das die Aktionäre der renommierten teureren Fluggesellschaften verunsichert.

Schwacher Finanzsektor

Der gesamte Banken- und Versicherungs-Sektor steht ebenfalls im Minus. Hier sticht vor allem die HypoVereinsbank mit einem Minus von 3,5 Prozent heraus. Händler sagten, es gehe weiter die Angst um vor einem Kreditausfall, falls der Medienunternehmer Kirch Pleite gehen sollte. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen um die Kreditwürdigkeit von Kirch gegeben. Darunter hatten vor allem Finanzwerte und die Kirch gehörende Fernsehfamilie ProSiebenSat.1 gelitten.

Die Aktie von Kirchs Fernsehunternehmen legte im MDax am Mittwoch jedoch 16 Prozent auf zu, was Börsianer darauf zurückführten, dass die Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 weniger schlecht als erwartet ausgefallen sind.

Deutsche Post deutlich fester

Allein auf weiter Flur steht die sogenannte "Aktie Gelb" der Deutschen Post mit einem relativ kräftigen Plus von fast zwei Prozent. Händler begründeten dies mit Presseberichten, nach denen die Post jetzt kräftig Kosten sparen will. Es gebe bereits ein großes Programm zur Umstrukturierung, selbst ein kompletter Konzernumbau werde für möglich gehalten.

An der japanischen Leitbörse in Tokio setzte der Nikkei-Index seinen Sinkflug fort und ging mit 9421 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 0,6 Prozent.

Der Euro notiert gegen Mittag bei 0,8678 US-Dollar.

  • Datum 06.02.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1pYX
  • Datum 06.02.2002
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