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Wissen & Umwelt

Schlechte Autofahrer – schlechte Gene?

Regnerische Landstraße aus Sicht eines Autofahrers(Foto: dpa)

Hoffentlich ist genug BDNF-Eiweiß im Nervensystem...

Schlechte Autofahrer könnten eine genetische Entschuldigung haben. Zumindest legt das eine Studie der Universität of California in Irvine nahe. So sollen Menschen mit einer bestimmten Genvariante bis zu 20 Prozent schlechter fahren als Personen ohne die Genvariante.

Das "Schlecht-Fahr-Gen", so die Wissenschaftler, verringere die Herstellung eines Eiweißes, das für die Kommunikation zwischen Gehirn und restlichem Körper zuständig ist. Damit unterstützt es auch das Erlernen und Speichern von Bewegungsabläufen. Das Eiweiß, das Fachleuten als BDNF bekannt ist ("brain-derived neurotrophic factor") wird in aktiven Hirnarealen ausgeschüttet. Dort unterstützt es die Kommunikation zwischen den Hirnzellen, also auch das Gedächtnis.

Crash-Könige unter sich

Tatsächlich schnitten die sieben Versuchspersonen, denen es an dem Eiweiß mangelte, im Fahrsimulator nicht so gut ab wie die anderen 22 Probanden. Vier Tage nach dem ersten Durchlauf des anspruchsvollen Parcours bauten sie wieder jede Menge virtuelle Unfälle, obwohl sie die Strecke bereits 15mal gefahren waren. "Sie machten von Anfang an mehr Fehler und vergaßen viel mehr", berichtet Steven Cramer, Neurologe und Hauptautor der Studie, die kürzlich im Fachjournal "Cerebral Cortex" veröffentlicht wurde.

Welche Bedeutung diese erste Studie zum Fahrverhalten von Trägern des "Schlecht-Fahr-Gens" haben, ist noch nicht absehbar. Dafür müsste die Untersuchung mit deutlich mehr Versuchspersonen wiederholt werden.

Autorin: Ulrike Wolpers (mdi, University of California)

Redaktion: Judith Hartl