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Wirtschaft

Schlappe für EADS: US-Auftrag wird neu ausgeschrieben

Schwerer Schlag für die Europäer: Der ursprünglich an den Airbus-Mutterkonzern EADS vergebene Mammutauftrag zur Lieferung von 179 Tankflugzeugen an die US-Luftwaffe wird neu ausgeschrieben.

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Verliert EADS den lukrativen Auftrag zum Bau von Tankflugzeugen (hier der Typ KC-30)?

Dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS droht beim erhofften Einstieg in den US-Rüstungsmarkt eine herbe Niederlage. Das ursprüngliche Vergabeverfahren habe Mängel gezeigt und könne daher nicht beibehalten werden, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Mittwoch (9.7.2008) in Washington. Die Vergabe über den 40-Milliarden-Dollar-Auftrag solle bis zum Jahresende entschieden werden.

Der Rechnungshof im Kongress (GOA) hatte im Juni Mängel bei der Auftragsvergabe durch die US-Luftwaffe festgestellt. EADS hatte zusammen mit dem US-Partner Northrop Grumman den Erzrivalen Boeing bei dem Auftrag zum Bau von Bau von 179 Tankflugzeugen ausgestochen. Boeing legte gegen die Auftragsvergabe Beschwerde ein.

Potenzielles Gesamtvolumen: 100 Milliarden Dollar

Die vom Pentagon beauftrage Neuausschreibung soll jedoch nicht den ganzen Prozess neu aufrollen. Nur sieben Teilbereiche, in denen der GOA Probleme bemängelt hatte, sollen neu untersucht werden. Senator Richard Shelby aus dem US-Staat Alabama, wo EADS und Northrop ihre Produktionsstätte errichten wollten, sagte diese Entscheidung sei noch "die beste aller Möglichkeiten".

EADS hatte nach dem Einspruch des Rechnungshofes erklärt, wenn es eine neue Ausschreibung gebe, werde sich der Konzern daran beteiligen. EADS sei überzeugt, dass ihr Tankflugzeug das bessere sei. Der Auftrag verspricht die Schaffung zehntausender Arbeitsplätze. Der potenzielle Gesamtwert des Mega-Auftrags wird von Insidern auf 100 Milliarden Dollar geschätzt. EADS erhoffte sich eine bessere Verankerung im US-Markt und wollte damit auch die Abhängigkeit vom Dollarkurs reduzieren.

Boeing und die Air Force

Das Pentagon hatte EADS und Northrop Grumman im Frühjahr überraschend den Zuschlag erteilt. Boeing hatte seit fast 50 Jahren ein Monopol auf die Ausrüstung der Air Force. Die US-Militärs hatten sich für den Airbus-Tanker vor allem wegen technischer Vorteile entschieden, verlautete nach der ursprünglichen Vergabe im März. Der Tanker KC-45 auf Basis des Airbus A330 biete einen größeren Frachtraum als die Boeing-Konkurrenz und sei als Lazarettflugzeug und für Transporte geeignet.

Die Tankflugzeuge sind für die Luftwaffe wichtig, da sie ein Auftanken von Kampfjets in der Luft ermöglichen und damit sowohl Langstreckenflüge als auch lange, ununterbrochene Einsätze über Gebieten wie Irak oder Afghanistan ermöglichen. Die bestehende Flotte gilt als überaltert. Ranghohe Militärs hatten deswegen zuletzt auf eine schnelle Entscheidung in der Sache gedrängt.

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