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Wirtschaft

Schlappe für BP-Chef Dudley

Die Aktionäre des britischen Energiekonzerns BP sind mit der Bilanz ihres Konzerns nicht zufrieden. Deshalb stimmen sie gegen eine Gehaltserhöhung von Vorstandschef Bob Dudley. Bindend ist das Votum aber nicht.

BP Bob Dudley bei PK in London. (Foto: Mages/AP Photo/Alastair Grant)

BP-Vorstandschef Bob Dudley

Der Britische Energieriese BP blickt auf ein schlechtes Jahr zurück. Das Unternehmen machten einen Rekordverlust, zwischen 3000 und 5000 Mitarbeiter wurden entlassen. Deshalb stimmten rund 60 Prozent der Aktionäre gegen eine Erhöhung des Gehalts ihres Chefs. Bei der Hauptversammlung des Konzerns hatte der Vergütungsbericht aus dem vergangenen Jahr Bezüge von umgerechnet 17,6 Millionen Euro aufgewiesen - insgesamt ein Fünftel mehr als noch im Jahr 2014. Angesichts des Milliardenverlusts und des Stellenabbaus seien solche Zuwächse nicht angemessen, begründeten Kritiker die Ablehnung.

Gehalt wohl schon verbucht

Allerdings gilt das Votum als nicht bindend. Tatsächliche habe Dudley die Einnahmen aus dem vorigen Jahr bereits verbucht, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Deshalb war die Rede von einem "symbolischen Schlag ins Gesicht" des BP-Vorstands. Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg sprach von einer "sehr starken" Reaktion der Aktionäre und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Man werde sich mit großen Anteilseignern zusammensetzen und über das Thema beraten. Laut der Nachrichtenagentur AFP wird laut Svanberg aber am Gehalt von Dudley nichts mehr geändert.

Im Jahr 2014 hatten die Anteilseigner zuletzt über die Vergütung abgestimmt. Damals waren sie dem Vorstadschef noch wohlgesinnt und beschlossen, Dudleys Pensionsansprüche zu verdoppeln. Damals lag der Ölpreis allerdings noch bei 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Im vergangenen Jahr rutschte er zeitweise auf unter 40 Dollar ab.

Rekordverlust

Der britische Konzern leidet unter dem Ölpreisverfall. Im vergangenen Jahr häufte er mit einem Minus von 6,5 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Firmengeschichte an. Selbst 2010, als der Konzern erste Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Jahresergebnis nicht so schlecht.

Die Lobbygruppe Institute of Directors (IoD) hatte vor Beginn der Hauptversammlung gemahnt, die Meinung der Aktionäre zu berücksichtigen. Zwar werde BP nicht schlecht gemanagt, sondern leide nur wie alle Unternehmen der Branche unter dem niedrigen Ölpreis. "Doch der Kodex der guten Unternehmensführung ist glasklar: Die Vergütung soll direkt von der Leistung abhängen", sagte IoD-Vorsitzender Simon Walker.

nm/bea (dpa, rtr, afp)