1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Schlag

Boxer schlagen mit den Fäusten; Vögel mit Flügeln. Schachspieler schlagen ihre Gegner auf dem Brett. Freude lässt Herzen höher schlagen, aber niemand möchte vom Schlag getroffen werden. Sogar Hosen haben einen Schlag.

Ein Schlag kommt selten allein. Manchmal hagelt es Schläge. Wehe, wer da was abbekommt.

Der erste Schlag

Lange bevor sich um Kleinigkeiten geschlagen wurde, war der Schlag bereits Gold wert. Die Münzprägung prägte den Begriff Schlag. Der erste Schlag (lateinisch: apoplexia) meint den Vorgang, bei dem ein Bild in Münzen geschlagen wird.

Seitdem ist der Schlag definiert als ein Auftreffen auf etwas oder auf jemanden, herbeigeführt durch eine heftige, schnelle, ausholende Bewegung. Es gibt leichte und es gibt wuchtige Schläge. Ein Schlag kann auch tödlich sein.

Sieger und Geschlagene

Das bringt uns zum zweiten, dem militärischen Aspekt. Gelingt einer Streitmacht ein Sieg gegen eine andere, so hat sie dieser einen Schlag versetzt. Ist der Sieg entscheidend, dann war es sogar ein vernichtender Schlag.

Beim Sport spricht man zwar vom sportlichen Gegner und nicht vom Feind (jedenfalls sollte es so sein!), doch gesiegt wird auch hier – und verloren. Und so gilt es den Gegner zu schlagen, nicht bloß in Zweikampfsportarten wie dem Ringen oder Boxen, sondern auch in eher leisen Sportarten wie dem Schach. Eine weder sportlich noch militärisch begründete Schlagabfolge nennt man Schlägerei.

Mit den Flügeln schlagen

Die Natur kennt andere Formen der "Schlägerei". Vögel beispielsweise schlagen mit den Flügeln. Die Flügelbewegung erfolgt Schlag auf Schlag. Fachleute nennen diese Bewegung iterativ, das heißt: sich wiederholend.

Bestimmte Singvögel wie Nachtigallen und Finken schlagen auch. Hier aber ist ihre Art zu singen gemeint. Der Gesang ist laut, melodisch und – genau – iterativ. Und wie beim Vogelgezwitscher so scheint es auch im Leben zu sein. Es gilt den anderen zu überflügeln, hinter sich zu lassen, ihn zu schlagen.


Plötzlicher Schlag

Anstrengungen aller Art lassen das Herz schneller schlagen. Das ist nicht gesund und oft fühlt man sich nicht gut. Aber mit einem Herzen, das gar nicht schlägt, fühlt man gar nicht mehr. Auch nicht schön ist es, wenn jemanden der Schlag trifft. Schlag steht hier kurz für Schlaganfall.

Das Überfallartige steckt auch im Blitzschlag, auch er kurz "Schlag" genannt und vor allem im meist kleineren elektrischen Schlag, der in jeder Steckdose auf Opfer lauert. Die Plötzlichkeit gepaart mit Körperstarre steckt auch in dem Vergleich "wie vom Schlag getroffen sein". Jemand ist sehr entsetzt, und das von einem Moment auf den anderen bzw. mit einem Schlag.

Genau getroffen

Der Stromschlag durchzuckt den ganzen Körper. Andere Schläge können genauer treffen, am Körper und im übertragenen Sinne. Ein in jedem Sinne unfairer Schlag ist der "Schlag unter die Gürtellinie".

Ähnlich wie der selten gewordene "Schlag ins Kontor" steht er für eine große und sehr schmerzhafte Enttäuschung, für unfaire Kritik, für einen verbalen Tiefschlag. Das Bemühen, Enttäuschung und Schmerz zu verbergen, ist häufig vergebens oder anders gesagt: ein "Schlag ins Wasser".

Es schlägt 12

Es gibt Glückspilze, denen alles gelingt, sogar in der Liebe bleiben sie von Enttäuschungen verschont. Da heißt es dann nicht ohne Neid: "Der (oder die) hat einen Schlag bei den Frauen (bzw. den Männern)". Die Redensart kommt wahrscheinlich aus der Soldatensprache: der Essensausteiler gab Günstlingen eine Portion extra, einen Nachschlag. Wer so ein Privileg nicht ausnutzt, der – so heißt es umgangssprachlich - der "hat wohl einen Schlag", der ist verrückt.

Essen gibt’s übrigens beim Militär immer pünktlich: Schlag 12, also genau um 12 Uhr. Der Ausruf: "Nun schlägt's 13!" zeugt von großer Verwunderung, denn eine Uhr schlägt höchstens zwölf Mal; wie alle diejenigen wissen, die immer wissen, was die Glocke geschlagen hat.

Über die Stränge schlagen

Auch wenn Friedrich Schillers Satz "dem Glücklichen schlägt keine Stunde" stimmen mag: Man sollte es nicht zu weit treiben. Wer sich ständig die Nächte "um die Ohren schlägt", also feucht-fröhlich-vergnüglich die Nacht durchfeiert, ja, der "schlägt oftmals über die Stränge", der treibt es eindeutig zu weit. So etwas sollte man sich "aus dem Kopf schlagen", also: schleunigst vergessen.

Andererseits ist es auch nicht sinnvoll, überhaupt keine Hand zu rühren, also "keinen Schlag zu tun", weil das dann als Faulheit ausgelegt werden könnte. Dieser Begriff geht übrigens auf die Holzfäller zurück, die ja dafür da sind, Bäume zu schlagen, zu fällen. Und wer nicht zur Axt griff, tat eben keinen Schlag, war das schwarze Schaf unter den Holzfällern.

Schlaghose

Er schlug damit in gewisser Weise aus der Art. Die meisten sind nämlich eher vom "guten alten Schlag": bewährt, treu und rechtschaffen. Dieser Vergleich stammt wieder aus dem Münzwesen. Womit wir wieder beim Anfang wären, siehe oben. Unten ist übrigens der Schlag des Hosenbeins, da wo die Hose am Ende ist. Ende!

Fragen zum Text

Vögel schlagen mit …

1. den Armen.

2. den Flügeln.

3. den Fäusten.

Ein Schlag unter die Gürtellinie ist …

1. ein freundschaftliches Klopfen auf die Schulter.

2. ein unfairer Schlag.

3. ein unabsichtlicher Schlag.

Wer die ganze Nacht feiert, …

1. schlägt sich die Nacht um die Ohren.

2. schlägt sich den Tag um die Augen.

3. haut auf den Tisch.

Arbeitsauftrag

Schlagabtausch, schlagkräftig, sich geschlagen geben – suchen Sie sich zehn Begriffe, in denen das Wort Schlag vorkommt, aus dem Text oder einem Wörterbuch raus und erklären Sie sie schriftlich.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads