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Kultur

Schlag gegen weltweiten Kinderpornografie-Ring

2360 Personen aus 77 Ländern sollen Kinderporno-Videos heruntergeladen oder weitergegeben haben. Unter den Verdächtigen sind Studenten, Beamte und Rentner.

Unbekante Person vor Computerbildschirm

Internationale Fahnder ermitteln gegen 2360 mutmaßliche Pädophile

Internationalen Fahndern ist ihr möglicherweise größter Schlag gegen die Kinderpornografie gelungen. Mit Hilfe eines österreichischen Internet-Anbieters wurden in 77 Ländern 2360 mutmaßliche Pädophile ermittelt, davon 406 in Deutschland, wie der österreichische Innenminister Günther Platter am Mittwoch (7.2.2007) bekannt gab. In den USA werde gegen 600, in Frankreich gegen 114 Verdächtige ermittelt. Es handele sich um "den größten Fall von Weitergabe" verbotener Videos, der je in Österreich aufgedeckt wurde, betonte der Innenminister.

Schüler, Beamte, Rentner

Die Files zeigten "schwersten sexuellen Missbrauch von Kindern", erklärte Platter. Das jüngste missbrauchte Mädchen ist laut Polizei fünf Jahre alt. Die Filme wurden vermutlich in Osteuropa hergestellt und von Großbritannien aus auf den Server in Wien geladen. Die Seite sei sofort gesperrt und die Liste der Zugriffe der Polizei übermittelt worden.

Der österreichische Provider hatte die Polizei im Juli 2006 informiert. Den Angaben zufolge hatten Hacker ohne das Wissen des betreffenden Unternehmens auf einen Server acht Video-Dateien mit Kinderpornografie geladen. Diese waren mit einer russischen Web-Site verlinkt, auf der die Filme gegen eine Gebühr von umgerechnet 69 Euro zum Download angeboten wurden. Innerhalb von 24 Stunden habe es darauf mehr als 8000 Zugriffe gegeben. Auch aus Algerien und Island hätten Interessenten auf das Material zugegriffen. 23 Verdächtige im Alter zwischen 17 und 69 Jahren kommen aus Österreich, 14 davon waren sofort geständig. Festnahmen habe es noch keine gegeben, Haftbefehle seien in Vorbereitung. Bei den ermittelten Pädophilen handele es sich um Studenten, Schüler, Handwerker, Beamte und Rentner.

Beweismaterial

Die Polizei beschlagnahmte 38 Computer, 23 externe Festplatten und andere Speichermedien sowie 1132 CDs und DVDs, mehr als 1400 Disketten und 213 Videokassetten. Das beschlagnahmte Material mit kinderpornografischen Inhalten hat nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA einen Umfang von acht Terabyte, das entspricht vier Millionen gedruckten DIN-A-4-Seiten.

Erst vor einem Monat hatten Fahnder in Deutschland mit Hilfe einer bisher einmaligen Auswertung von Kreditkarten-Transaktionen bundesweit 322 Pädophile ermittelt. (rri)

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