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Aktuell Welt

Schlacht um Aleppo beginnt

Die syrische Armee holt zum Gegenschlag zur Rückeroberung der Großstadt Aleppo aus. Dem heftigen Artilleriebeschuss folgten nach Angaben von Oppositionellen mehrere Vorstöße gegen Stellungen der Aufständischen.

Als das Geschützfeuer etwas nachlässt, wissen die Aufständischen im Viertel Salaheddin, dass die Offensive der Regierungseinheiten begonnen hat. Die seit Tagen vor der Stadtgrenze zusammengezogenen Truppen setzen zum Sturm an auf die Positionen der Rebellen, die sich vor allem in Salaheddin verschanzt haben. Präsident Baschar al-Assad hat die Rückgewinnung der Großstädte Damaskus und Aleppo zur wichtigsten Aufgabe erklärt, daran lassen die staatlichen Medien keinen Zweifel. Regierungsnahe Zeitungen schrieben von der "Mutter aller Schlachten".

In mehreren Vierteln der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Aleppo herrschten die heftigsten Kämpfe seit Beginn des Aufstands, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Londoner Exil mit. Auch die oppositionelle "Generalkommission der Syrischen Revolution" berichtete von einer Verstärkung der Truppen im Südosten der Stadt. Es drohe ein Häuserkampf. Angesichts des riesigen Truppenaufmarschs der vergangenen Tage war international die Sorge vor einem Blutbad in Aleppo gewachsen.

Video ansehen 01:16

Syrien: Armee-Offensive gegen Aleppo

Auch die russische Regierung, die sich im Weltsicherheitsrat bislang Sanktionen gegen das Assad-Regime verweigerte, warnte vor einer "Tragödie". Außenminister Sergej Lawrow sagte, man versuche, die syrische Führung davon zu überzeugen, den Aufständischen ein Entgegenkommen zu signalisieren. Wenn diese aber Städte wie Aleppo besetzten, sei es nicht realistisch, dass Assad das hinnehme.

Wende im Bürgerkrieg?

Beobachter sprechen von einer strategischen militärischen Entscheidung für beide Seiten. Das Assad-Regime wolle seiner Anhängerschaft in einflussreichen, gehobeneren und verbündeten Gesellschaftskreisen beweisen, dass man noch das Land kontrollieren könne. Für den bewaffneten Widerstand gehe es um die Macht in einem größeren geschlossenen Gebiet im Norden, auch als Basis für den erneuten Sturm auf Damaskus. Sieg oder Niederlage in Aleppo könnten ein Wendepunkt in dem 16-monatigen Konflikt sein, bei dem bislang keine Seite die Oberhand gewinnen konnte.

Unter dem Druck des Bürgerkriegs soll Assad Truppen aus den syrischen Kurden-Gebieten abgezogen haben. In das militärische Vakuum ist nach Informationen kurdischer Gruppen die radikale Untergrundorganisation PKK vorgestoßen, die auf türkischem Territorium für einen eigenen Staat kämpft. Nach unbestätigten Presseberichten sollen sich verschiedene Kurdenorganisationen geeinigt haben, gemeinsam mit Assad über einen Kurden-Staat in Nordsyrien zu verhandeln.

SC/se (afpe, rtre, dpa)

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