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Schirm

Spätestens wenn hierzulande der Herbst beginnt, ist er aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken: der Regenschirm. Da könnte man glatt vergessen, dass Schirme auch vor ganz anderen Gefahren schützen können.

Es beginnt – zumindest hier in Deutschland – jene Jahreszeit, die mit dunkleren, deutlich kürzer werdenden Tagen, längeren und schon sehr kühlen Nächten auch schlechtes Wetter bringt. Regen, kalte Schauer, böiger Wind. Schluss mit den Sommerklamotten, Wind- und Regenjacken haben wieder Saison und nicht zuletzt auch der Regenschirm. Und damit sind wir bei unserem Stichwort: "Schirm".

Ritter mit Schirm?

Schirm ist Schutz. Heute und schon immer gewesen. Das alte Wort, längst bevor es zum Kürzel für Schutzschirme aller Art wurde, bezeichnete den Schirm des Kriegers, der sich mit ihm vor den Schlägen des Gegners schützte. Schirm ist aber auch stets Schutzwehr gewesen; "schirmen" hieß "beschützen", "schützen" und auch "verteidigen".

Der moderne, militärische Schutzschirm ist bildlich zu verstehen. Er ist der Abwehrschild bestehend aus High-Tech-Waffensystemen, der den Menschen die Vorstellung und das Gefühl geben soll, sie stünden hinter oder auch unter einem sie beschützenden Schirm.

Was Marias Mantel damit zu tun hat

Schon immer wandten sich die Menschen überall auf der Welt an eine höhere Instanz, wenn sie beschützt und beschirmt werden wollten. In allen Religionen der Welt gibt es Gebete, in denen um Schutz und Schirm gebeten wird. Der Autor hat als Kind nicht verstanden, was gemeint war, wenn Maria, die Mutter Gottes, mit den Worten angerufen wurde: "Maria, breit‘ den Mantel aus, mach‘ Schutz und Schirm für uns daraus."

Der Madonnenmantel: Schutz, Zufluchtsort. Darunter ist jeder beschirmt und geborgen. Es ist nicht verwunderlich, dass sich dem Kind diese Bedeutung von "Schirm" zunächst entzieht, denn da ist zu Hause im Flur der wirkliche, handgreifliche Regenschirm und im Sommer draußen im Garten der Sonnenschirm.

Schattenspendendes Statussymbol

Diese beiden Schirmarten haben übrigens eine recht interessante Geschichte. Der Sonnenschirm ist wesentlich älter als der Regenschirm. In den Hochkulturen des Fernen Ostens, in China und Japan, aber auch im Orient war der Sonnenschirm keineswegs nur ein schützender Schattenspender, er galt als Herrschaftssymbol.

Es gab mehrstöckige Sonnenschirme; Sonnenschirme aus kunstvoll miteinander verbundenen Vogelfedern, es wurden – naheliegend – großflächige kühlende Palmblätter zum Schirmbau verwendet, aber auch aus Stoff und Leder wurden die Schirmdächer hergestellt, unter denen es sich auch bei großer Hitze aushalten ließ.

Einen Knirps für jeden

Als reinen Gebrauchsgegenstand gibt es den Schirm erst seit dem 16. Jahrhundert. In Italien wurden – sehr praktisch – sogar Mehrpersonenschirme hergestellt. Ein Urahn des kleinen zusammenschieb- und klappbaren Schirms war der so genannte "Knicker", den ein Franzose so um das Jahr 1825 erfunden hat. Der Stock konnte geklappt werden und war dadurch weniger im Wege.

Mit einiger Sicherheit dürfen wir annehmen, dass es sich um einen Regenschirm handelt, dem 1852 ein englischer Gentleman ein Stahlgestell verpasste. Der Schirm ließ sich besser und fester aufspannen und gewann dadurch mehr Stabilität. Vor dieser segensreichen Erfindung war das Schirmgestänge, wenn man es so nennen durfte, aus Fischbein. Der zusammenlegbare Taschenschirm, im deutschen Sprachraum unter dem geschützten Warenzeichen "Knirps" bekannt, wäre ohne Metallstäbe nicht zu konstruieren gewesen. Es gibt ihn seit 1928.

Schirme im All

Wenn man sich den Vorgang des Schirmaufspannens vor Augen führt, wird deutlich, was jedem Schirm gemeinsam ist: Er schützt; und eigentlich müssen wir sagen: "Er beschirmt". "Schirm" und "schirmen" aber – wir haben es schon erwähnt – hat auch übertragene Bedeutung. Wir sprechen von "Schirmherrschaft" beziehungsweise von einem "Schirmherrn", wenn beispielsweise eine Veranstaltung unter dem symbolischen Schutz und Schirm einer prominenten Person oder Vereinigung stattfindet.

Und wir haben die militärischen Abwehrschirme, die dem Bild des aufgespannten Schirms vergleichbar, aber in gigantischen Dimensionen, irgendwo da draußen das Unheil von uns abhalten sollen. Aber dort, wo jeweils das Unheil vermutet wird, gibt es ebenfalls solche Schirme. Man sollte sie einfach alle zumachen können.

Fragen zum Text:

Jemand, der durch einen Schirm geschützt wird, ist …

1. geschirmt.

2. verschirmt.

3. beschirmt.

Wann wurde der erste (Regen-)Schirm mit Stahlgestell entwickelt?

1. Mitte des 19. Jahrhunderts

2. im 16. Jahrhundert

3. zur Zeit der fernöstlichen Hochkulturen

Ein Schirmherr …

1. entwickelt Waffensysteme.

2. verkauft Regenschirme.

3. unterstützt eine Veranstaltung.

Arbeitsauftrag:

"Man sollte sie alle zumachen können", heißt es im Text in Bezug auf Raketenabwehrsysteme. Vor allem militärische Schutzschirme im Weltall sind umstritten. Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie über Vor- und Nachteile.

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