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Reise

Schinkels Erbe

Ein mit textilen Planen bespanntes Gerüst gehört zu den neuesten Touristenattraktionen in Berlin. In der historischen Mitte der Stadt ist Schinkels Bauakademie wieder auferstanden - als Attrappe.

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Zukunftspläne in Planen verhüllt - die Schinkelsche Bauakademie

Pegasus kehrt zurück

2001 wurden die Figuren auf dem Dach des Alten Museums in Berlin restauriert

In Berlin hat ab 1816 ein Mann besonders viel zu tun: Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) ist der Architekt am preußischen Hof. Nach und nach schafft er einige der bedeutendsten Bauwerke des 19. Jahrhunderts. In Berlins historischer Mitte blickt Baumeister Schinkel heute vom Denkmalsockel auf seine Bauten: Die Neue Wache, das Alte Museum und die Friedrichwerdersche Kirche (seit 1987 Schinkel-Museum) säumen den Boulevard Unter den Linden. Neuerdings fällt dort auch die Fassade der Schinkelschen Bauakademie ins Auge.

Originalgetreues Abbild

Es ist eine Schaufassade, denn die Bauakademie gibt es schon lange nicht mehr. An hohen Gerüsten hängt das originalgetreue Abbild der Akademie. In leuchtendem Backstein-Rot werben bedruckte Planen (46 mal 46 Meter) für den Wiederaufbau des Gebäudes, das als eines der schönsten klassizistischen Werke Schinkels gilt.

Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel

Die Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel auf einem Gemälde

Schinkel erdachte das Gebäude (1832 bis 1836 erbaut) als quadratischen, viergeschossigen Backstein-Bau, dessen Fenster und Portale von filigranen Schmuckelementen gesäumt waren. Terrakotta-Reliefs unter den Fenstersimsen symbolisierten das Bauen als Wissenschaft und Kunst. Die Flügeltüren waren aus Eisen gegossen und zeigten die Bildnisse berühmter Architekten. Schinkel schätzte sein Gebäude sehr. Bis zu seinem Tod im Jahr 1841 wohnte er im Obergeschoss, mit Blick auf Schloss und Spree.

Abriss für neues Ministerium

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs brannte das Gebäude aus, blieb aber in seinen Grundmauern erhalten. Die DDR-Führung ließ den Schinkel-Bau 1962 abreißen, um Platz für ein neues Außenministerium zu schaffen. Anfangs war von einem Wiederaufbau der Akademie an anderer Stelle die Rede. Doch es blieb bei den Plänen. Ein Hauptportal des Gebäudes fand schließlich als Eingang des Restaurants "Schinkelklause" Verwendung.

Über den Wiederaufbau der Bauakademie wird in Berlin diskutiert, seit das DDR-Außenministerium nach der Wende (1995) ebenfalls abgerissen wurde. Der "Bildungsverein Bautechnik" baute 2001 eine Ecke des einstigen Musterbaus originalgetreu und mit alten Handwerkstechniken nach. Sie ist nun das einzige gemauerte Stück der Akademie-Attrappe.

Werben für den Wiederaufbau

Bauakademie-Rekonstruktion am Schinkel-Platz

Blick auf die provisorische Simulation der Bauakademie

Schaufassadenprojekt und Wiederaufbau werden von der IBB (Internationale Bauakademie Berlin) organisiert. Ihr Präsident Hans Kollhoff hofft, das der Wiederaufbau auf der Grundlage der Planung von 1831 in drei Jahren beginnen kann. Bis dahin wird nach Sponsoren aus dem In- und Ausland gesucht. Die Schaufassade soll zwei Jahre lang stehen und nachts beleuchtet werden. Bis Ende September 2004 können Berliner und Touristen abends auf der Kulisse Architektur-Filme sehen.

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