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Wirtschaft

Schikanen gegen russisch-britischen Ölkonzern

In Russland tobt seit Monaten ein Machtkampf um den Energiekonzern TNK-BP. Kreml-Kritiker mutmaßen, der russische Staat wolle sich die 50-Prozent-Beteiligung des britischen Ölmultis BP "unter den Nagel reißen".

Ölhahn (Foto: AP)

Russisch-britischer Ölkonzern TNK-BP unter Druck

TNK-BP-Generaldirektor Robert Dudley in Moskau (Foto: AP)

Ausreise "Hals über Kopf": Konzernchef Robert Dudley

Im Streit um das Machtgefüge beim russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP liegen in der Konzernführung mittlerweie die Nerven blank. Firmenchef Robert Dudley erklärte, angesichts der Schikanierung des Konzerns und seiner Person habe er sich zur vorübergehenden Ausreise aus Russland entschieden. Der britische Generaldirektor will nun vorerst außerhalb Russlands weiterarbeiten.

Steckt der Kreml hinter den Repressionen?

Beobachter gehen davon aus, dass sich die russische Regierung einen größeren Anteil an dem Unternehmen sichern will. Doch der neue Präsident Dmitri Medwedew beteuert, der Kreml habe nichts mit den Strafverfahren, Razzien und Behördenschikanen zu tun. Ob diese Beteuerung reicht, Russland nach dem "Sündenfall Yukos" für ausländische Investoren wieder attraktiver zu machen, bleibt fraglich.

Der russische Präsident Medwedew und sein Vorgänger Putin (Foto: AP)

Halten Russlands Präsident Medwedew und Regierungschef Putin die Fäden in der Hand?

Der Streit beschäftigt auch die höchsten politischen Ebenen in Großbritannien: Anfang Juli beschwerte sich Premierminister Gordon Brown direkt bei Medwedew über die Gängelung von TNK-BP. 2007 hatte BP nach jahrelangem massiven Druck des Kreml die Kontrolle über eines der weltgrößten Gasfelder deutlich unter Wert an den staatlichen Monopolisten Gazprom abgegeben.

Gazprom wiederum hatte bereits Ende 2006 den BP-Rivalen Royal Dutch Shell nach einem monatelangen Streit aus dem weltgrößten Flüssiggasprojekt "Sachalin 2" gedrängt. Damals hatte der Kreml den ausländischen Investoren mit einem Lizenz-Entzug gedroht und dies mit Verstößen gegen den Umweltschutz begründet. Die russische Regierung hat in den vergangenen Jahren das lukrative Geschäft mit Öl und Gas fast komplett unter ihre Kontrolle gebracht. TNK-BP ist die einzige größere Energiefirma in Russland, die noch in Privatbesitz ist.

Putin nimmt Bergbau-Unternehmen ins Visier

Bergbau-Arbeiter in Sibirien (Foto: AP)

Bergbau-Arbeiter in Sibirien

Unter Druck geriet auch das russische Bergbau- und Montanunternehmen "Mechel". Die scharfe Kritik von Ministerpräsident Wladimir Putin an der Preispolitik von "Mechel" führte dazu, dass die Aktienkurse des Unternehmens einbrachen. Putin behauptet, der Konzern habe Rohstoffe deutlich unter den Weltmarktpreisen verkauft. "Mechel" gehört dem Unternehmer Igor Sjusin, der als einer der reichsten Männer Russlands gilt. (wa)

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