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Aktuell Welt

Schiitenmiliz im Jemen stiehlt US-Autos

Angesichts der explosiven Lage im Jemen schließen die USA ihre Botschaft und evakuieren die Mitarbeiter. Die schiitische Huthi-Miliz bemächtigt sich der Fahrzeuge.

Nach der Schließung der US-Botschaft im Jemen haben schiitische Milizionäre dutzende Fahrzeuge aus dem Besitz von Diplomaten und US-Soldaten beschlagnahmt. Nach Angaben der Flughafenbehörde der jemenitischen Hauptstadt Sanaa und von Diplomaten brachte die Huthi-Miliz drei Diplomatenautos und mehr als 25 Fahrzeuge der zum Schutz der US-Botschaft abgestellten Marineinfanteristen in ihre Gewalt. Einige der Fahrzeuge seien gepanzert. Die einheimischen Fahrer seien festgenommen worden, hieß es weiter.

Technische Geräte zerstört

Die USA hatten zuvor als Reaktion auf die Machtübernahme der Huthi-Miliz im Jemen ihre Botschaft in dem arabischen Land (Artikelbild) geschlossen. Die US-Mitarbeiter wurden in das benachbarte Sultanat Oman ausgeflogen. Ihre Fahrzeuge blieben am Flughafen von Sanaa stehen. Nach Angaben von jemenitischen Angestellten zerstörten die US-Diplomaten vor ihrer Abreise zahlreiche Dokumente und technische Geräte wie Computer, Faxgeräte und Telefone.

Auch andere Länder wie Großbritannien und Frankreich folgten dem Schritt der USA. Sie riefen zugleich ihre Staatsbürger auf, den Jemen zu verlassen. Die Bundesregierung in Berlin hat über eine Schließung der Botschaft in Sanaa noch nicht entschieden. "Wir beobachten die Lage sehr aufmerksam", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Angesichts der Verschärfung der Sicherheitslage im Jemen forderte das Ministerium aber Deutsche, die sich in dem arabischen Land aufhalten, zur Ausreise auf.

Huthi übernehmen die Macht

Im Jemen toben seit Jahren Kämpfe zwischen Stämmen und Religionsgruppen. Ende Januar hatte die Huthi-Miliz den Präsidentschaftspalast in Sanaa eingenommen. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi trat ebenso wie die gesamte Regierung zurück und steht faktisch unter Hausarrest.

Am Freitag hatte die Schiiten-Miliz das Parlament für aufgelöst erklärt und die Bildung eines sogenannten Präsidentschaftsrates angekündigt, der für zwei Jahre eine Regierung bilden soll. Ein sogenannter Nationalrat soll das Parlament ersetzen.

In südlichen und östlichen Regionen des ärmsten Landes der Arabischen Halbinsel, die bislang nicht von den Huthi erobert wurden, bewaffnen sich inzwischen sunnitische Stammesmitglieder und verbünden sich zum Teil mit dem Terrornetz Al-Kaida.

In Sanaa und in der zentral-jemenitischen Tais demonstrierten Zehntausende gegen die Machtübernahme durch die Huthi.

wl/se (afp,dpa,rtr)