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Aktuell Nahost

Schiiten trotzen der Anschlagsgefahr

Fast 20 Millionen Schiiten pilgern zu ihren heiligen Stätten im Irak. Sie riskieren ihr Leben, denn das Anschlagsrisiko ist groß. So wirft dieser Feiertag auch ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage im Land.

Vor allem in der südlichen Stadt Kerbela versammeln sich die Gläubigen anlässlich des 40. Tages der Trauer nach dem Todestag von Imam Hussein. Der bei einer Schlacht getötete Enkel des Propheten Mohammed wird von den Schiiten als Märtyrer verehrt. Hauptversammlungsort der Wallfahrer ist Husseins Grab in der Stadt. Bislang verlief die Veranstaltung friedlich. Rund 150.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

Die heilige Stadt Kerbela beherbergt den Schrein von Imam Hussein (Foto: mehr)

Die heilige Stadt Kerbela beherbergt den Schrein von Imam Hussein

Die nördliche Pilgerstadt Samarra wird derzeit massiv von der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bedroht. Für sie sind Schiiten "Abtrünnige". Der IS beherrscht seit Juni weite Teile im Norden und Westen des Iraks. Neben den irakischen Regierungstruppen ist eine von den USA angeführte internationale Koalition gegen die Dschihadisten im Einsatz. Sie geht mit Luftschlägen gegen sie vor.

Planspiele in London und Berlin

Die USA schicken 3000 Soldaten zur Unterstützung der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga in den Golf-Staat. Nach Informationen von "Spiegel Online" will die Bundesregierung auch deutsche Soldaten in die Kommandostäbe der Koalition entsenden. Der Auslandseinsatz solle kommende Woche vom Kabinett beschlossen und dann dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt werden. Im Entwurf für das Mandat heißt es demnach, man wolle Stabsoffiziere in den Befehlszentralen in Kuwait und Bagdad stationieren. Insgesamt sei die Entsendung von 100 bewaffneten Bundeswehrsoldaten möglich.

Auch Großbritannien will zur Ausbildung der irakischen Truppen einige hundert Soldaten in den Irak entsenden. Verteidigungsminister Michael Fallon sagte der Zeitung "The Daily Telegraph", die ersten Einheiten würden im Januar verlegt. Die genaue Zahl stehe noch nicht fest.

Angesichts der Luftschläge habe der IS seine Taktik geändert, sagte Fallon. Die Milizionäre vermieden große Ansammlungen in offenem Gelände und versteckten sich zunehmend in Städten und Dörfern. Dort müssten sie durch örtliche Bodentruppen bekämpft werden, zu deren Ausbildung die britischen Soldaten entsandt würden. Ein Team werde Kurden-Kämpfer im Nordirak trainieren, drei weitere Teams würden in der Nähe der Hauptstadt Bagdad stationiert, sagte der Minister.

rb/cw (dpa, rtr)