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Nahost

Schiiten-Heiligtum gesprengt

In der nordirakischen Stadt Samarra haben Extremisten eines der vier wichtigsten Heiligtümer der schiitischen Muslime in die Luft gesprengt. Der Staatspräsident verhängte drei Tage Staatstrauer.

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Unbekannte hätten die Goldene Moschee in Samarra im Morgengrauen betreten, Bomben gelegt und sie in die Luft gesprengt, sagten Behörden in der Provinz Salahaddin der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben von Augenzeugen hatten bewaffnete Männer am frühen Morgen des 22. Februar die Wachmänner vor dem Schrein überwältigt und gefesselt. Dann hätten sie den Sprengsatz platziert, hieß es. Die Täter trugen nach Augenzeugenberichten Uniformen der Nationalgarde. Menschen kamen Berichten zufolge nicht zu Schaden.

Forderung nach Rache

Extremisten sprengen Heiligtum der Schiiten im Irak in die Luft

Das gesprengte Heiligtum

Die obere Hälfte der sechs Meter hohen vergoldeten Kuppel des Askari-Schreins wurden zerstört. Tausende von aufgebrachten Schiiten strömten nach dem Anschlag zu dem Schrein, der jedes Jahr tausende schiitischer Pilger aus aller Welt anzieht. Die Demonstranten forderten lautstark, dass es für die Täter keine Gnade geben dürfe. Die Polizei teilte mit, sie habe Warnschüsse abfeuern müssen, als hunderte Demonstranten nach dem Angriff auf die Straße strömten.

In der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Kut gingen etwa 1000 Menschen auf die Straße, als der Anschlag bekannt wurde. In Nadschaf forderten 2000 Schiiten Rache. Samarra selbst ist überwiegend von Sunniten bewohnt.

Schiiten machen Sunniten verantwortlich

Der Nationale Sicherheitsberater des Iraks, Mowaffak al-Rubaie, machte Sunniten für den Anschlag verantwortlich. Sicherheitsberater Al-Rubaie sagte dem staatlichen Fernsehsender Irakija, es seien zehn Verdächtige festgenommen worden. Die sunnitischen Attentäter seien von der radikal- islamischen Al-Kaida-Gruppe inspiriert worden. "Sie werden es nicht schaffen, das irakische Volk in einen Bürgerkrieg zu ziehen, genauso, wie sie es in der Vergangenheit nicht geschafft haben", sagte er dem Sender Al-Arabija.

Ministerpräsident Ibrahim al-Dschaafari verurteilte in einer direkten Übertragung im irakischen Fernsehen den Anschlag und rief drei Tage Staatstrauer aus. Der führende schiitische Kleriker Ajatollah Ali al-Sistani forderte die Menschen auf, gegen den Anschlag zu protestieren. Ein Sprecher für eine hochrangige Sunniten-Gruppe verurteilte den Angriff.

In dem Schrein befinden sich die Gräber der von den Schiiten verehrten Imame Ali al-Hadi und Hassan al-Askari. Samarra liegt 125 Kilometer nördlich von Bagdad an der Spitze des so genannten sunnitischen Dreiecks, in dem es die meisten Anschläge von Aufständischen und Terroristen gibt. (sams)

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