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Schiene

Bahnen fahren auf ihnen. Verletzte Körperteile bekommen durch sie Halt: Schienen. Tritte gegen das Schienbein tun weh. Es sei denn, man trägt eine schützende Schiene. Manche springen dennoch leicht aus der Schiene.

Das Thema ist in Deutschland ein Dauerbrenner. Die Bahn. Wie soll es weitergehen, damit der Schienenverkehr attraktiver und die Eisenbahn zu einer echten Alternative für den Straßen- und Luftverkehr wird? Eigentlich geht das nur mit weiterem Ausbau des Schienennetzes und besseren Verbindungen, aber wohin letztlich die Reise führt, ist noch keineswegs klar.

Reizende Schienen

Wir sind schon mitten im Thema Schiene, das besonders für Bahnreisende ein Reizwort sein dürfte. Damit es nicht gar so schlimm wird, werden wir keineswegs nur von der Eisenbahnschiene reden. Das Wort Schiene hat es schon lange vor dem Beginn der Geschichte der Eisenbahn gegeben.

Die alten Schreibweisen von schiene – ob im Mittelhochdeutschen oder Schwedischen – ähneln sehr der heutigen deutschen Schreibweise. Auch die Bedeutung hat sich im Grunde genommen so gut wie nicht geändert. Schiene war und ist ein schmales Stück aus unterschiedlichem Material. Es konnte ein Knochen, ein Holzscheit oder auch ein metallener Streifen sein. Schiene war das Eisen unter den hölzernen Schlittenkufen, Schiene war auch das Wort für den schmalen Vorderknochen am Unterschenkel des Menschen, bis man statt von Schiene von Schienbein sprach.

Empfindliche Schienbeine

Dieses, das Schienbein, hat in der Tat die Form einer Schiene. Es ist, wie wir alle aus schmerzhafter Erfahrung wissen, ziemlich empfindlich. Aus gutem Grund tragen die Fußballer Schienbeinschoner, damit es nicht allzu weh tut, wenn der Gegner vors Schienbein tritt. Letzteres machen – im übertragenen Sinn – auch Mitmenschen, die uns aufs heftigste ermahnen wollen, die uns mit allem Nachdruck, ja vorwurfsvoll zu verstehen geben, wo’s langgeht; oder die uns einfach eins auswischen wollen. Auch das kann durchaus schmerzhaft sein.

Eine besonders rohe Form der Züchtigung waren im Spätmittelalter gezielte Stockschläge auf die Schienbeine. Ritterrüstungen hatten besondere Arm- und Beinschienen, die zum Schutz vor Verletzungen dienten. Schon im 17. Jahrhundert benutzte man in der chirurgischen Medizin Schienen, um gebrochene Knochen zu schienen. Das Verb schienen hat bis heute die Bedeutung von stützen und ruhig stellen behalten, damit das, was geschient wurde, in Ruhe heilen kann.

Schienenvielfalt

Mit dem technischen Zeitalter, vor allem mit Beginn des Eisenbahnbaus, hat die Schiene ihre Hauptbedeutung erlangt. Schiene ist geradezu ein Synonym für Bahn, für Eisenbahn, geworden. Beispiele: Den Schwerlastverkehr auf die Schiene bringen ist eine politisch-wirtschaftliche Forderung. Güter sollen nicht mehr auf der Straße mit LKW, sondern auf der Schiene mit der Bahn transportiert werden. Dafür muss das bestehende Schienennetz ausgebaut werden. Das bedeutet zusätzliche Eisenbahnstrecken müssen gebaut beziehungsweise die bereits bestehenden verlängert werden.

Nun kann man sich auch als Laie denken, dass Schiene nicht gleich Schiene ist. Aus der Frühgeschichte der Eisenbahn sind 14 verschiedene Forme von Schienenprofilen bekannt. Durchgesetzt hat sich, in nahezu unveränderter Form bei allen Bahnen, die symmetrische Breitfußschiene. Sie besteht aus Kopf, Fuß und Steg.

Übertragene Bedeutung

Über die Herstellungsverfahren, die mechanischen Eigenschaften und Güteklassen der Schienen lassen sich nachgewiesenermaßen Bücher schreiben. Für uns als Eisenbahn-, U-Bahn- oder S-Bahnfahrer ist wichtig, dass die Schiene das hält, was sie verspricht. Die Schiene, besser gesagt die Schienen, haben die Aufgabe, die Belastungen, die durch die Räder aufs Gleis übertragen werden, aufzunehmen und auf die Schwellen beziehungsweise den Gleiskörper zu übertragen.

Aber jetzt drohen wir aus den Schienen zu springen, zu entgleisen, denn wir geraten auf eine Technikschiene von der wir nichts verstehen. Schiene kann auch wie in Technikschiene, Partei- oder Medienschiene ein Jargonausdruck sein, der besagt, dass man eine ganz bestimmte Richtung eingeschlagen hat.

Feste Bahnen verlassen

Verlässt man eine bestimmte Richtung und verhält sich unpassend, dann springt man aus den Schienen, man entgleist. Diese Schienen sind nicht aus Eisen. Die Landung kann aber genauso hart sein wie auf Eisenschienen.

Fragen zum Text

Eisenbahnen fahren auf …

1. Kufen.

2. Schienen.

3. Straßen.

Ein Schienbein ist …

1. der schmalen Vorderknochen am Unterschenkel des Menschen.

2. ein wichtiges Bauteil einer Lokomotive.

3. ein geschientes Bein.

Wer aus den Schienen springt, …

1. fährt mit dem Zug.

2. bleibt auf den Gleisen.

3. verlässt feste Bahnen.

Arbeitsauftrag

Mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad – wie sind Sie am liebsten unterwegs? Beschreiben Sie in einem kurzen Aufsatz, welches Fortbewegungsmittel Sie bevorzugen.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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