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Aktuell Asien

Schießereien im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea drohen aus dem Ruder zu laufen. Bei einer nordkoreanischen Militärübung wurden Raketen auf südkoreanisches Gebiet geschossen. Die Südkoreaner reagierten und schossen zurück.

An der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer hat es nach Medienberichten einen Schusswechsel zwischen den Streitkräften Süd- und Nordkoreas gegeben. Bei Schießübungen der nordkoreanischen Armee seien auch Artilleriegeschosse auf der südlichen Seite der Seegrenze niedergegangen, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Südkorea habe darauf mit Schüssen reagiert - ebenfalls ins Meer. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Nordkorea hatte den Süden zuvor über die Übungen informiert. An der Seegrenze war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu schweren militärischen Zwischenfällen gekommen.

Erste Evakuierungen auf südkoreanischer Seite

Derweil wurden die Bewohner einer von Südkorea kontrollierten Insel in dem Gebiet angewiesen, sich in Notunterkünfte zu begeben. Einige hätten dem bereits Folge geleistet, sagte ein Behördenvertreter auf Baengnyeong der Nachrichtenagentur AFP.

Südkorea befürchtet, hinter Nordkoreas Militärübung könnten feindselige Absichten stehen. Pjöngjang könnte eine "Krisensituation auf der koreanischen Halbinsel" hervorrufen wollen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Nordkoreas Küstenartillerie führt zwar regelmäßig Übungen durch, doch gilt es als ungewöhnlich, Südkorea vorher davon zu unterrichten.

Fortlaufende Drohungen

Die sogenannte Nördliche Grenzlinie war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten UN-Truppen einseitig beschlossen worden. Pjöngjang erkennt sie bis heute nicht an.

Erst am Sonntag hatte Nordkorea aus Protest gegen ein US-südkoreanisches Militärmanöver mit einem vierten Atomtest gedroht. Die Regierung in Seoul zeigte sich besorgt und warnte den Norden vor einer entschlossenen Reaktion.

Im laufenden Jahr ließ die Führung des kommunistischen Staats schon vor dem Start des US-südkoreanischen Manövers erst dutzende Kurzstreckenraketen testen, am Mittwoch wurden dann zwei Mittelstreckenraketen vom Typ Rodong abgefeuert. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte dies, wodurch sich Nordkorea zusätzlich provoziert sieht. Bislang hat der abgeschottete Staat drei Mal Atombomben getestet - in den Jahren 2006 und 2009 sowie zuletzt im vergangenen Jahr.

as/nis (dpa, afp, ape)

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