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Aktuell Amerika

Schießerei in Kalifornien ein Terrorangriff?

Was trieb ein Paar in Kalifornien dazu, in Kampfmontur eine Feier in einem Sozialzentrum zu stürmen und 14 Menschen zu töten? US-Präsident Obama hält einen Terrorismus-Zusammenhang für möglich.

Polizisten und FBI-Agenten am Tatort (Foto: Getty Images/AFP)

Polizisten und FBI-Agenten am Tatort

Aber genau so gut könne es sich um einen Konflikt am Arbeitsplatz gehandelt haben. "Wir wissen es nicht.", sagte US-Präsident Barack Obama in Washington. Die US-Bundespolizei FBI und die Strafverfolgungsbehörden würden der Sache auf den Grund gehen.

US-Präsident Obama (Foto: Reuters)

US-Präsident Obama

Die Ereignisse in San Bernadino seien eine "schreckliche Tragödie", sagte Obama weiter. Der Präsident forderte erneut eine Verschärfung des Waffenrechts. Die Gesellschaft müsse "grundlegende Schritte" unternehmen, um den Zugang zu Schusswaffen zu erschweren.

Nach einer Zählung der Zeitung "Washington Post" ist der Angriff von San Bernadino im Bundesstaat Kalifornien die 355. Schießerei in den USA in diesem Jahr, bei der vier oder mehr Menschen, darunter auch der jeweilige Schütze, mit Waffen getötet oder verletzt wurden.

Angriff auf Weihnachtsfeier

Zwei schwerbewaffnete Angreifer hatten in militärähnlicher Schutzkleidung eine Einrichtung zur Betreuung geistig behinderter Menschen gestürmt und das Feuer eröffnet. In dem Zentrum fand in einem Saal eine Weihnachtsfeier von Angestellten der östlich von Los Angeles gelegenen Stadt statt. 14 Menschen wurden erschossen, 21 weitere erlitten Verletzungen. Die beiden Täter entkamen zunächst in einem Geländewagen. Später wurden sie von der Polizei gestellt und bei einem Schusswechsel getötet.

Polizei: Gewisse Planung der Tat

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Tätern um den 28-jährigen Syed Farook und seine ein Jahr jüngere Ehefrau Tashfeen Malik. Der Polizeichef von San Bernadino, Jarrod Burguan, sagte, es gebe Hinweise, dass der Bluttat "eine gewisse Planung" vorausgegangen sei. "Sie kamen vorbereitet, um das zu tun, was sie taten, als ob sie auf einer Mission wären", zitierten ihn US-Medien.

Zwei erschütterte Frauen nach dem Angriff (Foto: AP)

Zwei erschütterte Frauen nach dem Angriff

Laut Burguan arbeitete Farrook seit fünf Jahren als Umweltexperte für den Gesundheitsdienst der Stadt, deren Mitarbeiter sich zu der Weihnachtsfeier versammelt hatten. Farook habe das Fest vorzeitig verlassen und sei dann mit seiner Frau zurückgekehrt - ausgerüstet mit Sturmgewehren und Schutzkleidung. Möglicherweise sei es auf der Feier zu einem Streit gekommen, sagte der Polizeichef.

Bombenwerkstatt im Wohnhaus

Nach Angaben Burguans fanden Ermittler im Wohnhaus des Paares zwölf Rohrbomben. Außerdem seien Werkzeuge zum Bombenbau sichergestellt worden. "Sie hatten zusätzliches Material, um weitere Bomben zu bauen", teiltre Burguan mit.

Das Ehepaar hatte offenbar ein ganzes Waffenlager zur Verfügung. Laut Burguan führten Farook und Malik mehr als 1600 Schuss Munition mit sich, als sie sich die Schießerei mit der Polizei lieferten. Im Haus des Paares fanden die Ermittler dann rund 5000 weitere Schuss Munition. Die vier eingesetzten Schusswaffen habe Farook legal erworben, teilte der Polizeichef weiter mit.

Schütze "radikalisiert"?

Der Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass Farook, ein US-Bürger islamischen Glaubens, telefonisch und über soziale Onlinenetzwerke mit Terrorverdächtigen in Kontakt gestanden habe. Offenbar sei er "radikalisiert" gewesen, andere Motive wie Ärger im Job könnten aber auch zu der Tat beigetragen haben, so CNN. Die Zeitung "LA Times" zitierte Kollegen Farooks, wonach dieser kürzlich aus Saudi-Arabien mit einer "neuen Frau" zurückgekehrt sei. Der 28-Jährige wurde als gläubiger Muslim beschrieben, der eher in sich gekehrt war. Eine Ex-Kollegin sagte, Farook habe nie den Eindruck eines "Fanatikers" gemacht.

wl/uh (dpa, afp, rtr)