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Sport

Schießen

Der Puls der Sportschützen rast im Wettkampf bei bis zu 180 Schlägen pro Minute. Trotzdem schaffen sie es, immer wieder ins Schwarze zu treffen. Dahinter steckt viel Training und absolute Konzentrationsstärke.

Piktogramm für Schießen bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, Baron Pierre de Coubertin, soll unter anderem ein begeisterter Pistolenschütze gewesen sein. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Sportschießen schon fester Bestandteil der Premierenspiele 1896 in Athen war.

Ursprünglich ist das Sportschießen aus dem traditionellen Schützenwesen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen. Geschossen wurde zu Beginn mit Pistolen und Gewehren vom Militär. Mittlerweile werden nur noch speziell entwickelte, hoch technisierte Sportwaffen verwendet. Bei den Spielen in Peking gibt es 15 Schießwettbewerbe in unterschiedlichen Disziplinen. In den meisten wird auf den Mittelpunkt einer Scheibe gezielt, die sogenannte zehn.


Präzision ist der Knackpunkt

Ralf Schumann ist der erfolgreichste deutsche Olympiaschütze. Er holte seit seiner ersten Teilnahme 1988 in Seoul schon dreimal Gold mit der Schnellfeuerpistole.

Der dreifache Olympiasieger Ralf Schumann bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. (Foto: epa/dpa Peter Kneffel)

Gold in Athen für Ralf Schumann

Irgendwann, so erzählt er, hat ihn die Faszination des Schießsports einfach nicht mehr losgelassen: „Man braucht eine bestimmte Präzision, einen bestimmten perfekten Ablauf, um überhaupt in die zehn zu schießen. Diese Abläufe immer wieder gleich zu machen, immer wieder eine Perfektion zu zeigen, das ist der Knackpunkt.“

Neben den feststehenden Scheiben gibt es auch bewegliche Ziele. So wird etwa beim sogenannten Skeet- und Trap-Schießen spektakulär auf durch die Luft fliegende Wurfscheiben gezielt. Das Problem in allen Schießsport-Disziplinen ist, dass es nur eine maximal zu erreichende Punktzahl gibt. Anders als zum Beispiel Leichtathleten könnten sie also nicht besser sein als ihre Gegner, sondern höchstens schlechter, erzählt Schumann: „Wir können uns nicht steigern. Wir müssen nicht so präzise wie nötig, sondern wie möglich arbeiten. Das ist die Herausforderung, das immer wieder perfekt zu machen.“

Mit dem letzten Schuss Gold verfehlt

Am besten gelang das dem Amerikaner Carl Osborn zwischen 1912 und 1924. Mit fünf Mal Gold und vier Mal Silber ist er der erfolgreichste Schütze in der Olympiageschichte. Die spektakulärste Art, Gold zu verfehlen, demonstrierte vor vier Jahren in Athen der US-Schütze Matthew Emmons. Im Kleinkaliberwettkampf lag er klar in Führung, als er seinen letzten Schuss auf die Scheibe eines neben ihm schießenden Österreichers abfeuerte und nur Achter wurde.

Mehr Glück hatte 1920 in Antwerpen Silbermedaillengewinner Afranio da Costa aus Brasilien. Schützen aus der US-Mannschaft liehen ihm für das Finale Pistole und Munition. Stark war auch die Leistung des Ungarn Karoly Takacs im Jahr 1948. Aus dem Krieg war der Pistolenschütze mit einer schweren Verletzung der rechten Hand zurückgekehrt. Bei den Spielen in London schoss er im wahrsten Sinne des Wortes mit links und holte Gold.


Schütze Swan ältester Olympiasieger aller Zeiten

Die erfolgreichste Nation im Schießsport sind die USA, die bisher 48 Olympiasieger stellten. Bei den Spielen 2000 Sydney und vor vier Jahren in Athen dominierten aber die Chinesen. Die deutschen Schützen holten 2004 zweimal Gold und einmal Silber. Und es ist stark damit zu rechnen, dass sie auch in Peking die deutsche Medaillenbilanz gewohnt treffsicher aufpolieren werden.

Für Schumann ist ein Olympiasieg in seinem Sport mit nichts anderem zu vergleichen: „Wenn es dann wirklich geklappt hat, ist es ein riesengroßes Gefühl, einfach super. Da bekommt man all das wieder zurück, wofür man sehr viele Jahre gearbeitet hat.“ Der schwedische Schütze Oscar Swan genoss dieses Gefühl in betagtem Alter. Er gewann 1912 in Stockholm Gold, als er schon 64 Jahre alt war und ist damit der älteste Olympiasieger aller Zeiten.

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