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Aktuell Welt

Schicksalstage für Eisbären, Haie und Elefanten

Die USA wollen den Eisbären überall schützen lassen. Kenia will, dass Jäger keine Nashorn-Trophäen mitnehmen. Deutschland sorgt sich um Haie. Die internationale Artenschutzkonferenz hat wichtige Entscheidungen zu fällen.

Eisbaer Knut liegt in Berlin im verschneiten Baerengehege im Zoo. (Foto: dapd)

Deutschland Zoo Eisbär Knut

Mit einem Appell zum besseren Schutz von gefährdeten Tieren- und Pflanzenarten hat in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die große internationale Artenschutzkonferenz begonnen. "Dieses Treffen könnte endlich die längst überfällige Wende bringen", sagte die deutsche Delegationsleiterin Elsa Nickel zum Auftakt.

An der Konferenz nehmen die Vertreter der 178 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenabkommens (CITES) teil. Sie wollen zwölf Tage lang prüfen, welche vom Aussterben bedrohten Arten besser geschützt werden sollen.

Video ansehen 01:40

Bangkok feiert Arten- und Naturschutz

Kampf gegen Wilderei

Es liegen 70 Anträge auf dem Tisch, darunter zwölf, die den bereits eingeschränkten Handel mit bestimmten Arten völlig verbieten wollen. Die USA etwa beantragen, den internationalen Handel mit Eisbärfellen und -trophäen vollständig zu verbieten. In dem Land selbst stehen die Tiere schon unter strengem Schutz.

Kenia möchte die Jagdtrophäen-Exporte aus der Nashornjagd in Südafrika und Swasiland für die kommenden Jahre verbieten lassen, um der zunehmenden Wilderei einen Riegel vorzuschieben. In anderen Ländern ist der Export bereits verboten.

Zwei Nashörner im Krüger-Nationalpark in Südafrika (Foto: AP)

Kenia will erreichen, dass Jäger keine Nashorn-Trophäen mehr mitnehmen dürfen

Bis 2017 darf aus vier südafrikanischen Ländern kein Elfenbein exportiert werden. Burkina Faso und Kenia fordern, diese Regelung auf die Elefantenbestände aller Länder auszuweiten. Beim Elfenbein wird sich auch Gastgeber Thailand kritischen Fragen stellen müssen. Da der inländische Handel mit den Stoßzähnen thailändischer Zuchtelefanten legal ist, dient das Land Schmugglern als Drehscheibe, um Elfenbein auch der geschützten afrikanischen Dickhäuter in Umlauf zu bringen.

Brasilien möchte Handelsbegrenzungen für den Weißspitzen-Hochseehai durchsetzen. Auch Deutschland und weitere Länder fordern, einige Haiarten besser zu schützen. Die Tiere sind vor allem bedroht, weil ihre Flossen in Südostasien gerne gegessen werden. Zudem landen sie als Beifang in Thunfischnetzen.

ARCHIV - Ein Fischer schneidet einem Hai eine Flosse ab, auf einem Fischmarkt in Banda Aceh, Indonesien. (Foto: dpa)

Bedrohte Tiere: Vor allem in Südostasien werden Haiflossen gern gegessen

Rund 35.000 Arten

In zehn Anträgen setzen sich Länder dafür ein, bei Arten, deren Bestände sich deutlich erholt haben, das strikte Handelsverbot zu lockern, etwa bei dem australischen Rattenkänguru.

Anders als die meisten Umweltabkommen verfügt CITES über einen Sanktionsmechanismus. So kann bei Verstößen der Handel mit allen von dem Abkommen erfassten Spezies eingeschränkt oder untersagt werden.

Das im Jahr 1975 in Kraft getretene CITES-Abkommen ist das wichtigste internationale Instrument zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten. Rund 35.000 Arten wurden bislang unter den Schutz der CITES gestellt. Die Mitgliedstaaten kommen alle drei Jahre zusammen, um über Schutzmaßnahmen zu beraten.

GD/sti (dpa, afp)

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