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Aktuell Europa

Schicksalstag für Pussy Riot

Der Richterspruch gegen die Mitglieder der Punkband Pussy Riot löste weltweit Empörung aus. Nun entscheidet die russische Justiz über die Berufung gegen das Urteil und damit über das Schicksal der drei Frauen.

Ein Moskauer Gericht prüft an diesem Montag die Berufungsanträge der inhaftierten Sängerinnen der russischen Punkband. Die Verteidigung rechnet nach eigenen Angaben allerdings nicht mit einem Erfolg der Anträge, sondern maximal mit einer Reduzierung der Haftstrafe um sechs Monate. Mit einer Entscheidung sei noch am selben Tag zu rechnen, heißt es.

Mitte August waren die drei Musikerinnen im Alter von 22, 24 und 30 Jahren wegen "Rowdytums aus religiös motiviertem Hass" zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Sie hatten - gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern - im Februar mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern die größte Kirche in Moskau gestürmt und in einem "Punk-Gebet" lautstark ihre Wut über den heutigen Präsidenten Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht.

Weltweite Solidarität

Der Fall führte zu weltweiten Solidaritätsbekundungen mit den jungen Frauen. Ihre Inhaftierung wurde für viele zum Symbol für die harte Hand Putins gegenüber Dissidenten. Unter anderem haben auch Musiker wie Madonna, Paul McCartney oder die Sängerin Peaches mit einer Demonstration und einem Videodreh in Berlin die Freilassung der drei Frauen gefordert.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew nährte kürzlich mit seiner Forderung nach Milde die Hoffnung, dass die drei Frauen auf Bewährung frei kommen könnten. Sie weiter in Gefangenschaft zu halten, sei "unproduktiv", sagte Medwedew. Allerdings hatte auch Putin selbst vor dem Urteilsspruch im August erklärt, die Frauen sollten nicht zu hart bestraft werden.

Orthodoxe Kirche fordert Reue

Am Sonntag setzte sich auch die Russisch-Orthodoxe Kirche für eine Begnadigung der Musikerinnen ein. Voraussetzung sei, dass die Frauen Reue für ihr "Punk-Gebet" zeigten. Zugleich verurteilte die Kirche die Aktion abermals und betonte, dass sie nicht ungestraft bleiben dürfe. Ob die verurteilten Band-Mitglieder ein solches Reuebekenntnis überhaupt in Erwägung ziehen und wie das Gericht darauf reagieren würde, ist allerdings unklar.

GD/wa (dapd, afp, dpa)