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Wirtschaft

Schicksalstag für Karstadt

Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt steht vor der Rettung. Investor Berggruen bestätigte eine Einigung mit den Vermietern der Warenhäuser. Somit nimmt der Karstadt-Krimi wohl endlich ein gutes Ende.

Ein Rettungsring vor einem Karstadt-Warenhaus (Foto: AP)

Karstadt scheint gerettet

Bis zum letzten Moment war um das Schicksal der insolventen Warenhauskette Karstadt gepokert worden. In London tagten am Donnerstag (02.09.2010) die Finanzinvestoren, um darüber zu entscheiden, ob sie dem Mietvertrag mit Investor Nicolas Berggruen zustimmen wollten oder nicht. Währenddessen bangten die rund 25.000 Beschäftigten wieder einmal um ihren Arbeitsplatz. Ein Zustand, der schon seit Monaten an die Nerven zerrt. Dann endlich kam die erlösende Nachricht: "Alle, die ja sagen mussten, haben ja gesagt", bestätigte Nicolas Berggruen.

Gute Nachrichten aus London

Nicolas Berggruen (Foto: dpa)

Nicolas Berggruen bestätigte eine Einigung mit den Vermietern der Warenhäuser

Knackpunkt war die Zustimmung zweier Gläubiger-Gruppen des Karstadt-Vermieters Highstreet zu Mietsenkungen, die Investor Nicolas Berggruen zur Bedingung für seinen Einstieg bei dem Unternehmen gemacht hatte. Eine erste Erfolgsmeldung gab es am Donnerstag schon früh aus London: Die Anleihe-Gläubiger von Highstreet stimmten die von Berggruen geforderten Mietsenkungen zu 100 Prozent zu. Im Laufe des Tages sollte noch eine weitere Gruppe, die sogenannten Mezzanine-Gläubiger von Highstreet, über die Mietsenkungen entscheiden. Aus Kreisen der Beteiligten hieß es, auch hier zeichne sich eine grundsätzliche Einigung ab. Ein Highstreet-Sprecher betonte aber gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass noch nicht alle erforderlichen Unterschriften vorlägen. Wann diese folgen würden, sei noch unklar.

Insolvenzverwalter plant weiter

Klaus Hubert Görg (Foto: AP)

Insolvenzverwalter Görg hatte mit dem Schlimmsten gerechnet

Die Mezzanine-Gläubiger sind im Gegensatz zu den über die Karstadt-Immobilien abgesicherten Anleihe-Gläubigern nicht zusätzlich abgesichert, erhalten dafür aber höhere Zinsen für ihre Darlehen. Nur ihre Zustimmung würde den Weg für die Rettung der Warenhauskette freimachen. Eine Einigung bei den Mietkonditionen ist Voraussetzung für das Inkrafttreten des Kaufvertrags zwischen Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

Das Amtsgericht Essen will am Freitag entscheiden, ob der Karstadt-Insolvenzplan in Kraft treten und Deutschlands größte Warenhauskette Ende September nach 16 Monaten aus der Insolvenz entlassen werden kann. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die sich abzeichnende Einigung. "Wir nehmen zur Kenntnis, dass alle Signale, die wir bekommen, positiv sind", sagte eine Sprecherin. Dies sei auch eine gute Botschaft für die Beschäftigten. Berggruen hatte im Juni von Insolvenzverwalter Görg den Zuschlag für Karstadt bekommen, feilschte aber seither mit Highstreet um Zugeständnisse bei den Mieten.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, rtr, afp)
Redaktion: Ursula Kissel

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