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Kultur

Schicksal von Cosmos 1 ungewiss

Zwar haben Kontrollstationen erste Signale des am Dienstag (21.6.) gestarteten Weltraumseglers empfangen. Die Experten sind jedoch uneins, ob die Sonde tatsächlich das Weltall erreicht hat.

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So soll sich Cosmos 1 durchs Weltall bewegen

"Die gute Nachricht ist, dass wir Grund zu der Annahme haben, dass die Sonde noch funktioniert", teilte die für das Experiment verantwortliche Planetary Society mit. "Die schlechte Nachricht ist, dass wir nicht wissen, wo sie ist."

Unmittelbar nach dem Start der russisch-amerikanischen Weltraumsonde Cosmos 1 waren Experten bereits von einem Scheitern der Mission ausgegangen, da der Funkkontakt zur Bodenkontrolle abgebrochen war. Nach stundenlangem Warten gingen schließlich in drei Stationen im Pazifischen Ozean, in Russland und Tschechien erste so genannte telemetrische Daten ein.

Die amerikanischen Spezialisten hätten wohl "irgendein anderes Geräusch" gehört, vermutete dagegen ein Experte der russischen Raketentruppen in Moskau. "Ausgehend von den jetzt vorliegenden Daten müssen wir zu fast 100 Prozent davon ausgehen, dass der Satellit verloren ist", sagte der Offizier nach Angaben der Agentur Interfax.

Antenne für das 1. Solar-Raumschiff Cosmos

Antenne für Cosmos 1 in Tschechien

Experiment mit Pioniercharakter

Am Dienstagabend war Cosmos 1 von einem U-Boot aus der russischen Barentssee gestartet. Weltraumwissenschaftler aus aller Welt hatten das Ereignis mit Spannung erwartet, denn es gilt als Pionier-Experiment der Raumfahrt. Als erstes Solar-Segelschiff soll Cosmos 1 nur von Sonnenlicht angetrieben durch das Weltall reisen.

Eigentlich sollte der Solarsegler rund 20 Minuten nach dem Start bei etwa 800 Kilometer Höhe seine Umlaufbahn erreichen. Die Forscher hoffen noch, dass der Weltraumsegler vielleicht auf einer viel niedrigeren Umlaufbahn fliegt als geplant. Auf der Homepage der Planetary Society heißt es, vermutlich habe die Volna-Trägerrakete Probleme bei der Zündung gehabt. Bereits im Juli 2001 war ein Test mit Cosmos 1 an einem Raketenfehler gescheitert.

Probleme früher als erwartet

Mit so frühen Problemen hatten die beteiligten Wissenschaftler nach eigenen Angaben nicht gerechnet. Für die heikelste Aufgabe der Mission hatten sie das Entfalten der acht Sonnensegel gehalten, das erst für einige Tage nach dem Start vorgesehen ist.

Die acht Sonnensegel mit einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern sollen das Sonnenlicht reflektieren. Beim Auf- und Abprallen der Lichtteilchen auf die mit Aluminium beschichteten Segel sollen die Teilchen einen Impuls auf die Segel übertragen und so die Raumsonde nach vorne drücken. Cosmos 1 könnte so kontinuierlich Fahrt aufnehmen.

Cosmos 1 wäre die erste privat finanzierte Raumsonde im All. Die Idee kommt von der Planetary Society, dem weltweit größten Zusammenschluss von Raumfahrtbegeisterten mit Sitz im kalifornischen Pasadena. Das rund vier Millionen Dollar teure Experiment wurde rein privat finanziert. Das russische Unternehmen Lavochkin hat Cosmos 1 gebaut. (cmw)

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  • Datum 22.06.2005
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