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Wirtschaft

Schicksal deutscher Airbus-Jobs weiter ungewiss

"Power 8" steht bei dem Flugzeughersteller Airbus für Sanierung und Stellenabbau. Wirtschaftsminister Glos hat sich jetzt dafür eingesetzt, dass deutsche Standorte nicht "überdurchschnittlich zur Ader gelassen werden" .

Airbus-Chef Gallois, Foto: dpa

Airbus-Chef Gallois: sparen und Jobs streichen?

"Der Vorstand hat noch keine abschließenden Entscheidungen getroffen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) am Dienstag (13.2.) nach einem Treffen mit Airbus-Chef Louis Gallois und dem Co-Vorsitzenden des Mutter-Konzerns EADS, Thomas Enders, in Berlin. In Niedersachsen liegen mehrere Airbus-Werke. Voraussichtlich könne die Spitze des deutsch-französisch dominierten Flugzeugbau-Konzerns in der kommenden Woche das Airbus-Sanierungskonzept "Power8" den Betriebsräten vorlegen. Ein genaueres Datum wurde nicht genannt. Ursprünglich war für die Veröffentlichung der 20. Februar geplant.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos

Airbus, eine Tochter des deutsch-französischen EADS-Konzerns, plant wegen zusätzlicher Milliardenlasten durch die Verkehrsflugzeuge A380 und A350 Stellenstreichungen. Die IG Metall hält den Abbau von 10.000 Stellen in Deutschland bei Airbus und Zulieferern für möglich. Airbus-Chef Gallois will Einzelheiten des Sparprogramms "Power 8" Anfang nächster Woche vorstellen. Der Flugzeugbauer beschäftigt rund 57.000 Mitarbeiter an 16 Standorten in Europa, davon rund 25.000 in Deutschland.

Bundesländer ziehen an einem Strang

Airbus-Chef Louis Gallois

Airbus-Chef Louis Gallois will Airbus sanieren - auf Kosten deutscher Jobs?

Zuvor hatte bereits Bundeswirtschaftsminister Michael Glos mit Gallois über das anstehende Sanierungsprogramm bei dem Flugzeugbauer gesprochen. Die rund einstündige Unterredung zur Zukunft der deutschen Standorte sei konstruktiv verlaufen, hieß es im Anschluss aus Regierungskreisen. Glos habe weiter für sein Anliegen geworben, dass Deutschland bei den anstehenden Umstrukturierungen und möglichen Stellenstreichungen nicht übermäßig belastet wird. Verhandlungs-Ziel für Airbus sei, "dass deutsche Standorte nicht überdurchschnittlich zur Ader gelassen werden".

Am Montag hatte sich Glos mit den betroffenen Ländern Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Baden-Württemberg getroffen, um eine einheitliche Strategie der deutschen Seite in den Gesprächen mit dem Management abzusprechen. Er betonte, die vier Bundesländer mit Airbus-Zuliefer-Firmen ließen sich nicht gegeneinander ausspielen: "Wir müssen unsere deutschen Kräfte bündeln." Zudem habe der deutsche Staat dem Unternehmen in der Vergangenheit vielfältige Unterstützung gegeben. Und weil Deutschland der größte Kunde für EADS-Rüstungsgüter sei, könne man selbstbewusst in die Unterredung gehen.

Strukturelle Fehler

Symbolbild Airbus bei der Landung

Airbus: Verzögerung wegen Kabelsalat

In einem Fernsehinterview hatte Glos zudem angedeutet, dass in dem Konzern bislang eine falsche Arbeitsplatzpolitik betrieben worden sei: "Bisher haben wir zu sehr darauf geschaut, dass Arbeit vergeben wird in Deutschland und Frankreich. Airbus war eine Art Arbeitsbeschaffungsgesellschaft." Experten kritisieren seit langem, dass in dem Konzern zu oft Produktionen und Arbeitsplätze - auch im Management - nach Proporz vergeben wurden, und nicht nach unternehmerischen Aspekten. Der französische Mutterkonzern EADS war im Juni 2006 nach Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug Airbus A380 in die Krise geraten.(ina)

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