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Kultur

Schicksal der Irak-Geiseln bleibt ungewiss

Die beiden deutschen Geiseln im Irak sollen nach einem Bericht des "Spiegel" wohlauf sein und bald frei kommen. Offizielle Stellen wollten die Meldung aber nicht bestätigen.

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Standbild aus dem neuen Video

Dies meldete das Magazin am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf den Scheich Harith al-Dhari, den Vorsitzenden des Rates der sunnitischen Gelehrten. Offizielle Stellen nahmen zu Berichten, wonach eine Freilassung der beiden Deutschen kurz bevorstehe, keine Stellung. "Pressemeldungen habe ich nicht zu kommentieren", sagte Steinmeier.

Das Magazin meldete, deutsche Quellen hätten von dem Scheich erfahren, dass die Geiseln René Bräunlich und Thomas Nitschke unversehrt seien. Die Deutschen sollten sich keine Sorgen machen. Die Freilassung der beiden Verschleppten stehe kurz bevor.

Ein Sprecher von Scheich al-Dhari sagte der Nachrichtenagentur Reuters, derdeutsche Botschafter in Bagdad, Bernd Erbel, habe den Scheich am Mittwoch ein drittes Mal wegen der Geiselnahme aufgesucht. Ihm lägen aber keine Informationen über eine bevorstehende Freilassung vor. Ein prominentes Mitglied des Rates ergänzte, der Scheich habe in dem Gespräch lediglich seine Hoffnung geäußert, dass die beiden Männer und auch alle anderen Geiseln im Irak bald freikämen.


Video am Montag

Die Entführer der beiden deutschen Geiseln im Irak hatten am Montagabend (13.2) erneut in einem Video, das vom arabischen Fernsehsender Al-Arabija ausgestrahlt wurde, mit der Tötung der beiden Deutschen gedroht, sollte die Bundesregierung ihre Forderungen nicht erfüllen.

Nach Ansicht von Sicherheitsexperten zeigen die Bilder, dass die Lage für die Geiseln immer bedrohlicher wird. In dem Video sind Bräunlich und Nitzschke zu sehen, die schweigend und mit ernsten Gesichtern ihre gefesselten Hände in die Kamera halten.

Die beiden Männer tragen orangefarbene Hemden und knien am Boden. Hinter ihnen stehen die schwarz vermummten, bewaffneten Entführer, von denen einer eine Erklärung verliest. Der Ton des Videobandes war bei Al-Arabija nicht zu hören. Eine Sprecherin des Senders erklärte nur, die Geiselnehmer hätten gedroht, die beiden Männer zu töten. Das Video zeigt als Aufnahmedatum Samstag, den 11. Februar.

Steinmeier schockiert

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte sich erschüttert über das neue Video mit den beiden deutschen Irak-Geiseln gezeigt. Es handele sich wieder um ein "schockierendes Zeugnis menschlicher Erniedrigung", sagte er am Montagabend am Rande seiner Nahost-Reise in Jerusalem.

Die Leipziger René Bräunlich, der am Sonntag 32 Jahre alt geworden ist, und Thomas Nitzschke (28) waren am 24. Januar 2006 in der nordirakischen Industriestadt Baidschi von bewaffneten Unbekannten verschleppt worden. Die Geiselnehmer hatten mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht und die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad und einen Abzug aller deutschen Firmen aus dem Irak gefordert. Ein von den Entführern erstes Ultimatum ist längst abgelaufen. (stl)

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