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Sport

Schelte für Schuster

Es hagelt Schelte für Real-Coach Bernd Schuster: Als selbst erklärte "beste Mannschaft des 20. Jahrhunderts" verliert man nicht einfach so gegen Hannover 96.

Reals Trainer Bernd Schuster beim Spiel gegen Hannover 96 (Quelle: AP)

Schuster und das Grauen

Unerbittlich war die spanische Presse, nachdem Bernd Schuster mit seiner Mannschaft 0:3 im Freundschaftsspiel gegen Hannover 96 untergegangen war: "Jetzt hilft nur noch Kaka. Real ist zu grün", kritisierte die Sportzeitung "Marca". "Dieses Real Madrid ist ohne Hirn und ohne Flügelspiel. Jetzt muss Kaka kommen", pflichtete "As" bei. Das Blatt wunderte sich zudem darüber, dass der deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder nur zuschauen durfte: "Das ist mysteriös, dass ausgerechnet Metzelder in seiner Heimat nicht eingesetzt wurde."

Reals Torward Iker Casillas und Benny Lauth (Hannover 96)(Quelle: AP)

Ohne Hirn und Flügelspiel?

Schuster musste eingestehen: "Ich weiß, dass man bei Real auch Freundschaftsspiele gewinnen muss, aber in drei, vier Wochen kommen andere Partien, die wir anders angehen werden", so die Ankündigung des neuen Real-Coachs, der versuchte, die rund 70 mitgereisten Journalisten aus Spanien nach der peinlichen 0:3-Pleite im Testspiel beim Fußball-Bundesligaclub zu beschwichtigen.

Unerwarteter Sieg

Der klare Sieg gegen die "beste Mannschaft des 20. Jahrhunderts" versetzte hingegen Hannovers Fans zehn Tage vor dem Bundesligastart in Europapokal-Stimmung. "Die Entstehung der Tore hat mir gefallen. Aber wir sind vier Wochen weiter als Real, das hat man gesehen", sagte 96-Trainer Dieter Hecking. Auch die Profis traten auf die Euphoriebremse. "Wir haben schöne Spielzüge gezeigt, aber man soll das Spiel nicht überbewerten", meinte Stürmer-Zugang Mike Hanke. "Ich hatte gehofft, dass das dritte Tor nicht fällt", scherzte Torhüter Robert Enke.

Neuzugang Christoph Metzelder hat sich derweil in Madrid schon eingelebt: Die Umstellung auf den spanischen Lebensstil und der große Aufwand beim "Weltclub" bereiteten dem gebürtigen Westfalen keine Probleme: "Die erste Trainingswoche hat mir Spaß gemacht. Der kulturelle Unterschied ist zwar da. Zeitlich wird etwa das Training nach hinten verschoben. Aber was auf dem Platz stattfindet, ist in allen Ländern gleich", erläuterte Metzelder. Über seine Konkurrenten im Team spricht er voller Respekt, aber nicht mit übertriebener Ehrfurcht. "Von Cannavaro kann man viel abgucken. Wir waren im Trainingslager auf einem Zimmer. Pepe und Ramos sind junge Leute, aber ich denke, dass ich dennoch meinen Platz finden werde", sagte die WM-Entdeckung von 2002.

Keine Angst um den Platz in der Nationalmannschaft

Seinen Stammplatz in der deutschen Nationalmannschaft sieht er durch den Wechsel zu Real Madrid nicht in Gefahr. Eine Entwicklung wie beim Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel, der beim FC Sevilla aus dem Blickfeld des Bundestrainers geraten ist, befürchtet er nicht. "Das kann man nicht vergleichen. Ich bin Stammspieler im Nationalteam und die Erfahrungen, die ich bei Real machen kann, werden mir gut tun. Darüber mache ich mir gar keine Sorgen", sagte der Innenverteidiger.

Der deutsche Spieler Christoph Metzelder bei Real Madrid (Quelle: AP)

Hatte nicht viel zu tun: Metzelder

Um einen festen Platz in der Startelf des spanischen Meisters muss Metzelder hingegen kämpfen. Die Konkurrenz ist mit Weltmeister Fabio Cannavaro, 30-Millionen-Mann Pepe und dem spanischen Nationalspieler Sergio Ramos groß. Schuster hatte den 26-Jährigen bei der Pleite am Dienstagabend 90 Minuten auf der Bank schmoren lassen. "Ich hätte meinen Beruf verfehlt, wenn ich darüber nicht enttäuscht wäre. Ich hätte gerne in Deutschland gespielt", erklärte "Musterprofi" Metzelder. "Wir haben aber nächste Woche ein umfangreiches Programm mit fünf Spielen. Da muss man die Belastungen verteilen", fügte der bisherige Profi von Borussia Dortmund hinzu.

Für den 32-maligen Nationalspieler ist der Wechsel zum spanischen Rekordmeister die nächste große Herausforderung in seiner Karriere. "Ich habe den Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga geschafft, war mit 21 Jahren jüngster WM-Teilnehmer und bin nach meiner schweren Verletzung zurückgekommen. Der Wechsel zu Real war für mich deshalb ein logischer Schritt", sagte Metzelder. In Real-Präsident Ramon Calderon hat er bereits einen mächtigen Fürsprecher. "Er ist einer der solidesten und intelligentesten Innenverteidiger der Welt", hatte der Clubchef den Abwehrmann bei dessen Vorstellung Anfang Juli in Madrid gelobt. (ina)