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Aktuell Europa

Scheidung auf schottisch - die zweite

Die schottischen Nationalisten wollen es noch einmal wissen: Im Sommer soll eine neue Unabhängigkeitskampagne starten. Sie könnte von einem anderen Großereignis profitieren, das schon im Juni ansteht.

Nicola Sturgeon, die Parteivorsitzende der SNP (Foto: Getty Images/J. Mitchell)

"Unser Traum ist es, über unser eigenes Schicksal zu bestimmen": Nicola Sturgeon, die Parteivorsitzende der SNP

Vor zwei Jahren hatten die Schotten entschieden: Wir bleiben Briten! Der Regierung in London war es gerade noch einmal gelungen, die drohende Abspaltung zu verhindern. Das Rennen war allerdings bis zuletzt knapp - was der Schottischen Nationalpartei SNP Mut machte, die Sache nicht für immer zu den Akten, sondern nur auf Eis zu legen. Ihre Vorsitzende Nicola Sturgeon gab sich damals überzeugt: "Schottland hat sich für immer verändert."

Jetzt kündigte die SNP-Chefin auf dem Parteitag eine neue Unabhängigkeitsinitiative an: Sie will die Schotten aus dem Vereinigten Königreich herauslösen. Und dabei könnte ihr zupass kommen, dass in Großbritannien am 23. Juni ein anderes, noch weitaus bedeutenderes Votum ansteht: Dann entscheiden die Bürger ihrer Majestät, ob sie in der Europäischen Union bleiben wollen.

"Über unser Schicksal bestimmen"

Da die Schotten mehrheitlich EU-freundlich sind, würde ein Austritt Großbritanniens den Nationalisten, die mit absoluter Mehrheit regieren, in die Karten spielen. Denn wenn Brüssel von der Insel eine kühle Absage erhielte, gäbe es einen Grund mehr, eigene Entscheidungen zu treffen - auch auf der internationalen Bühne.

Für Nicola Sturgeon steht fest: Schottland muss unabhängig werden. "Unser Traum ist es, über unser eigenes Schicksal zu bestimmen und unsere Zukunft zu gestalten." Die nächste Kampagne werde im Sommer starten, sagte Sturgeon. Die Parteitagsdelegierten gaben ihr dafür schon einmal Standing Ovations.

jj/sti (dpa, rtr)