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Fußball

Schaulaufen der deutschen Clubs

Bereits vor dem letzten Champions-League-Gruppenspieltag stehen Bayern München, Schalke 04 und Borussia Dortmund als Achtelfinalisten fest. Jetzt geht es nur noch darum, einen guten Eindruck zu machen.

Wie geht man in eine Partie, die fast nur Freundschaftspielcharakter hat? Mit dieser Frage sehen sich Spieler und Trainer der beiden deutschen Vertreter am Dienstagabend konfrontiert. Denn sowohl Schalke 04 als auch Borussia Dortmund haben sich längst für die Runde der besten 16 der Champions League qualifiziert. Und nicht nur das: Borussia Dortmund ist auch der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen.

"Die Champions League ist nach wie vor eine reizvolle Geschichte", sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vor der Kür gegen den englischen Meister Manchester City und verspricht: "Deshalb werden wir uns trotz der Personalprobleme ins Zeug legen." Mit den Personalproblemen meint Klopp Neven Subotic und Sven Bender, die beide verletzt ausfallen werden.

Für den deutschen Meister geht es darum, den formidablen Eindruck der bisherigen fünf Champions-League-Auftritte zu bestätigen. Kaum jemand hätte wohl geglaubt, dass sich die Dortmunder in einer Gruppe mit dem englischen Meister Manchester City, dem spanischen Meister Real Madrid und dem niederländischen Meister Ajax Amsterdam behaupten würden. Für Reals Trainer Jose Morinho gehört die Borussia sogar zu den Teams, die die Königsklasse in diesem Jahr gewinnen können.

Das Schalker Hoffen auf die Trendwende

Julian Draxler (Mitte) jubelt über sein Tor gegen Montpellier HSC (Bild: rtr)

Julian Draxler war schon im Hinspiel gegen Montpellier HSC erfolgreich

Der Nachbar und ewige Rivale der Dortmunder, Schalke 04, musste zu seinem letzten Vorrundenspiel nach Montpellier reisen. "Wir wollen Gruppensieger werden", diktierte Trainer Huub Stevens den Reportern in die Mikrofone. Um diesen ersten Platz sicherzustellen, braucht es am Dienstagabend in Südfrankreich drei Punkte, um sich unabhängig von der Konkurrenz aus London zu machen. Der FC Arsenal tritt gleichzeitig bei Olympiakos Piräus an, hat aber einen Punkt weniger auf dem Konto als die Schalker.

In der Bundesliga lief es für Stevens' Team in den letzten Wochen nicht mehr so erfolgreich. In der Tabelle ist man hinter Bayern, Leverkusen und Dortmund zurückgefallen. Frust ist eingekehrt, der nun mit einem überzeugenden Sieg in Montpellier abgebaut werden soll. Dabei geht es mehr als nur Platz eins in der Vorrundengruppe der Champions League. In Frankreich sollen Zeichen gesetzt werden für die Liga: "Seht her, wir sind auch noch da!"

Bayern am Mittwoch gegen Borisov

Diese Gelegenheit gegen Borisov wird Jupp Heynckes sicher wieder zum Rotieren nutzen. Eines der Erfolgsrezepte des Bayern-Trainers ist es, allen Spielern das Gefühl zu geben, dass sie wichtig sind. Denn Titel gewinnt man nur mit zufriedenen Spielern und einem ausgeglichenen, breiten Kader. Das hat sich in der vergangenen Saison gezeigt. Als es in die finale Phase ging, waren viele der Stammspieler verletzt oder ausgelaugt. Die wenigen Ersatzleute hatten kaum Praxis oder waren einfach nicht gut genug. Am Ende standen die erfolgsverwöhnten Bayern ohne zählbaren Erfolg da - dreimal Zweiter.

Holger Badstuber vom FC Bayern München wird verletzt vom Platz getragen (Bild: dpa)

Holger Badstuber wird dem FC Bayern nach einer am Samstag erlittenen Knieverletzugn lange fehlen

Weil nun aber Bayern München bereits vorzeitig fürs Achtelfinale der Champions League qualifiziert ist und der Terminplan kaum Verschnaufpausen vorsieht, dürfte gegen BATE Borisov die "zweite Garde" auflaufen. Dass die Fans in der heimischen Arena deshalb enttäuscht werden, ist nicht zu erwarten. Zu heiß geht es her im mannschaftsinternen Konkurrenzkampf. Jeder, der eine Chance sieht, will sie auch nutzen. Zumal die Verletztenliste des Tabellenführers der Bundesliga lang ist: Arjen Robben, Emre Can, Luis Gustavo und seit Samstag auch Nationalverteidiger Holger Badstuber mit Kreuzbandriss fehlen noch für Wochen.

Aber Jupp Heynckes wäre nicht Jupp Heynckes, hätte er nicht schon Alternativen parat. "Seine menschlichen und fachlichen Fähigkeiten", lobte jüngst Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer, "machen ihn zu einem außergewöhnlichen Menschen, zu einem außergewöhnlichen Trainer und zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit."

Gegen den weißrussischen Meister haben die Münchener einiges gutzumachen. Im Hinspiel Anfang Oktober in Borisov verloren sie sang- und klanglos mit 1:3 und mussten sogar kurz an der eigenen internationalen Leistungsfähigkeit zweifeln. Aber inzwischen hat sich alles wieder eingerenkt. Bayern wäre bei einem Sieg sicher Gruppenerster, egal wie der ebenfalls schon als Achtelfinalteilnehmer feststehende FC Valencia gegen den OSC Lille spielt.