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Aktuell Welt

Scharfe Worte Richtung Teheran

Der blutige Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien wurde vermutlich von einem Selbstmordattentäter verübt. Israel wirft dem Iran und der mit ihm verbündeten Hisbollah-Miliz eine weltweite Terrorkampagne vor.

Der israelische Regierungschef fand klare Worte: Die Islamische Republik ist die "weltweite Nummer eins der Terror exportierenden Staaten", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor Journalisten in Jerusalem. Die Führung in Teheran und ihr Handlanger, die im Libanon ansässige schiitische Hisbollah-Organisation, betrieben eine "weltweite Terror-Kampagne".

Einen Tag nach dem Anschlag auf den Bus einer israelischen Reisegruppe am Flughafen der bulgarischen Stadt Burgas am Schwarzen Meer kündigte Netanjahu an, man werde den Hintermännern einen "hohen Preis" abverlangen.

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Ermittlungen nach Terroranschlag

"Der gefährlichste Staat der Welt muss nicht auch noch die gefährlichste Waffe der Welt bekommen", warnte er und dachte dabei an das umstrittene Atomprogramm des Iran. Westliche Länder befürchten, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung von Nuklearenergie heimlich an einer Atombombe baut.

Nach Einschätzung der Ermittler war der Anschlag, bei dem insgesamt sieben Menschen getötet und mehr als 30 verletzt wurden höchstwahrscheinlich das Werk eines Selbstmordattentäters. Neben den israelischen Urlaubern starben der bulgarische Busfahrer und der Attentäter. Im bulgarischen Fernsehen wurden Aufnahmen von Überwachungskameras am Flughafen von Burgas gezeigt, die den mutmaßlichen Täter kurz vor der Explosion zeigen sollen (siehe Artikelbild).

Der bulgarische Innenminister Zwetan Zwetanow beschrieb diesen als einen 36-jährigen Mann, der vier bis sieben Tage vor dem Anschlag eingereist sei. Er habe einen gefälschten US-Führerschein aus dem Bundesstaat Michigan bei sich gehabt. "Er sah aus wie jeder andere - ein normaler Mensch in Bermuda-Shorts mit einem Rucksack." Mit Hilfe einer DNA-Probe aus einem Finger des Attentäters werde nun versucht, seine Identität zu ermitteln.

Die Führung in Teheran wies die Vorwürfe der israelischen Regierung zurück, sie sei Drahtzieher des Anschlags. Die israelischen Anschuldigungen seien "grundlos" sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. In einem Kommentar auf der Website des iranischen Staatsfernsehens war zu lesen, es handle sich um einen Versuch, den Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren.

Leichen der getöteten Israelis übergeführt

Die Leichen der fünf bei einem Selbstmordanschlag getöteten Israelis sind inzwichen nach Tel Aviv gebracht worden. Die Särge wurden am Flughafen Ben Gurion von trauernden Angehörigen in Empfang genommen.

qu/uh/haz (dpa,dapd,rtr)

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