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Koreakonflikt

Scharfe Reaktionen auf Nordkoreas Spiel mit dem Feuer

Auch Nordkoreas jüngster Raketentest stößt international auf Empörung. Außenminister Gabriel sprach von einer "brachialen Verletzung des Völkerrechts". US-Präsident Trump hält sich auch eine militärische Option offen.

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"Nordkoreaner hassen das Atomprogramm"

Nach dem neuen Raketentest hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel eine "rigorose" Umsetzung der beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen das ostasiatische Land gefordert. Er sei bestürzt, "in welch brachialer Weise" Nordkorea Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und "damit geltendes Völkerrecht verletzt und Sicherheit und Frieden der Menschen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft schonungslos aufs Spiel setzt", sagte er bei einem Besuch in Washington. Die Staatengemeinschaft müsse die bestehenden Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang "rigoros" umsetzen.

USA Besuch Bundesaußenminister Gabriel PK in Washington DC (Imago/photothek/I. Kjer)

Deutschlands Außenminister auf Dienstreise in der US-Hauptstadt

Und nicht nur der deutsche Außenminister wurde deutlich. Auch die Vereinten Nationen und die Europäische Union forderten von Nordkorea, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu respektieren, die den Bau von Atomwaffen und Raketen verbieten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, der Raketentest untergrabe die regionale Sicherheit und Stabilität. Auf Antrag Japans und der USA befasst sich noch an diesem Dienstag der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit Nordkorea.

Trump reagiert mit einer erneuten Warnung

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das abgeschottete Land als zunehmende Bedrohung für die Welt und schloss erneut auch eine militärische Antwort nicht aus: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch." Nordkoreas Botschaft an die Welt sei "sehr klar": Das Land zeige "Verachtung für seine Nachbarn, für alle Mitglieder der Vereinten Nationen und für die Mindeststandards eines international akzeptablen Verhaltens". Bei einem Telefongespräch mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe seien sie sich einig gewesen, dass Nordkorea eine unmittelbare Bedrohung für die Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea darstelle. Man rufe die internationale Gemeinschaft zu entschlossenen Schritten gegenüber dem Land auf.

Nordkoreas Kim lässt sich nicht einschüchtern

Wie nicht anders zu erwarten, interpretiert Nordkorea die Lage komplett anders und gibt den USA die Schuld an der Eskalation. Der UN-Botschafter des kommunistischen Landes, Han Tae Song, warf den USA vor, die koreanische Halbinsel auf eine "extrem starke Explosion" zuzutreiben. Daher habe sein Land "jedes Recht, mit harten Gegenmaßnahmen sein Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch zu nehmen", sagte er. "Die USA sollten komplett die Verantwortung für die katastrophalen Konsequenzen tragen, die daraus folgen."

Nordkorea hatte unangekündigt eine Mittelstreckenrakete von großer Reichweite über Japan hinweg in Richtung offenes Meer abgefeuert. Japans Verteidigungsminister Itsunori Onodera sagte, das Geschoss sei vermutlich in drei Teile zerbrochen und dann knapp 1200 Kilometer östlich von Hokkaido in den Pazifik gestürzt. Südkorea teilte mit, die Rakete sei in der Nähe von Pjöngjang abgefeuert worden, insgesamt 2700 Kilometer geflogen und habe dabei eine Höhe von rund 550 Kilometer erreicht.

qu/pab (rtr, dpa, afp)

 

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