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Fußball

Schalke und Hannover vor lösbaren Aufgaben

Für Hannover gibt es im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League ein Wiedersehen mit Lüttich, dem Gegner aus der Vorrunde. Schalke reist nach Enschede.

Die Vorzeichen könnten besser sein vor den Achtelfinal-Hinspielen der beiden Bundesligisten Hannover 96 und FC Schalke 04 in der Europa League. Beide Mannschaften müssen auf prominente Spieler verzichten: Bei Hannover fallen unter anderem die beiden Stürmer Mohammed Abdellaoue (Grippe) und Jan Schlaudraff (Gelbsperre) aus. Schalke stehen beispielsweise Jefferson Farfán (Gelbsperre) und Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der mit sechs Treffern die Torschützenliste der aktuellen Runde anführt, nicht zur Verfügung. Immerhin haben beide Teams den Vorteil, erst auswärts antreten zu müssen und das entscheidende Rückspiel eine Woche später somit dann vor eigenem Publikum austragen zu können. Hannover reist zu Standard Lüttich, Schalke tritt bei Twente Enschede an.

Größter internationaler Erfolg der 96er

Während die Schalker in der vergangenen Saison sogar das Halbfinale der Champions League erreicht hatten, schaffte Hannover erstmals den Sprung unter die letzten 16 in einem Europapokalwettbewerb. Dementsprechend euphorisch begleiteten bisher auch die Fans die internationalen Auftritte der Niedersachsen. Die Vorfreude auf dieses Auswärtsspiel wurde jedoch jäh getrübt: Lüttich erklärte das Spiel wegen einiger Ausschreitungen bei dem ersten Aufeinandertreffen in der Gruppenphase zu einem Hochsicherheitsspiel und verbannte die deutschen Fans aus dem Stadtzentrum, sie müssen direkt zum Stadion fahren.

Jubelnde Hannover-Fans im Fanblock in Sevilla. (Foto: Peter Steffen, dpa)

Ungewohnte Auswärtsfahrt: Hannover-Fans in Sevilla

"Zum europäischen Fußball gehört auch dazu, dass die Fans die Städte kennenlernen", empörte sich Hannover-Trainer Mirko Slomka darüber. "Ich finde es einfach schade, kann aber nicht bewerten, welche Ängste hier vorherrschen." Von diesen Maßnahmen abgeschreckt, fahren nur 900 statt der möglichen 1400 Fans mit nach Lüttich. Dort kassierten die Niedersachsen übrigens die einzige Niederlage der bisherigen Europa-League-Saison: Mit 0:2 verloren sie auswärts in Belgien. Im Heimspiel trennten sich beide Teams torlos Unentschieden.

Dennoch hat Hannover auch gute Erfahrungen mit belgischen Teams gemacht: In der Zwischenrunde setzten sich die 96er gegen den FC Brügge durch. Standard schaffte es indessen, mit keiner einzigen Niederlage und nur einem erzielten Tor ins Achtelfinale einzuziehen: Lüttich erreichte auswärts bei Wisla Krakow ein 1:1 und so genügte im Rückspiel ein 0:0 für die nächste Runde.

Schalke will Ruder im Europapokal rumreißen

In der Bundesliga läuft es momentan alles andere als rosig für die Königsblauen, zuletzt verlor man zwei Spiele in Folge und kann sich damit die Meisterschaft wohl abschminken. Das soll aber keinen Einfluss auf die Europa League haben, geht es nach Schalke-Trainer Huub Stevens, der in seine niederländische Heimat reist: "Wir fahren mit viel Respekt nach Enschede, aber wir müssen uns dort nicht verstecken." Zuletzt beobachtete Stevens die Torgala beim 6:2-Auswärtsieg der "Tukkers" über den PSV Eindhoven. Der Schalker Trainer erwartet eine "nette Atmosphäre" im Stadion und es sei schön, dass man nicht so weit reisen müsse. Der niederländische Vizemeister ist zu Hause allerdings in Bestform: Von sechs Europapokalspielen im eigenen Stadion gewann er fünf und teilte sich nur einmal die Punkte.

Aber auch die Schalker waren bislang erfolgreich: Seit neun Spielen ist der Bundesliga-Vierte international ungeschlagen. Spieler wie Anhänger freuen auf ein Wiedersehen mit Enschedes Co-Trainer Youri Mulder. Der ehemalige Schalker Stürmer (1993-2002) und Assistenz-, bzw. Interimstrainer (2008-2009) war lange Zeit Publikumsliebling und einer der Schalker "Eurofighter" von 1997, die damals den UEFA-Cup gewannen. "Youri und ich schreiben öfter SMS", verriet Stevens, "aber vor dem Spiel kam keine SMS an." Die Rückspiele finden am 15. März statt.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Joscha Weber