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Sport-News

Schalke löst Vertrag mit umstrittener Ticketbörse

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 und Ticketvertreiber Viagogo gehen wieder getrennte Wege. Die Zusammenarbeit hatte bei den Schalker Fans für harsche Kritik gesorgt. Der Vertrag galt nur neun Tage lang.

Schalke 04 hat seinen erst seit dem 1. Juli 2013 geltenden Vertrag mit der Ticketbörse Viagogo mit sofortiger Wirkung wieder gekündigt. Viagogo ist ein Internetportal für Eintrittskarten aller Art. Private Verkäufer können hier überzählige Tickets anbieten. Viagogo kassiert bei jedem Verkauf mit – zehn Prozent vom Verkäufer, 15 Prozent vom Käufer. Bei den Fans ist der Internetdienst sehr umstritten. Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies musste sich bei der Jahreshauptversammlung vor einigen Tagen harsche Kritik der Vereinsmitglieder gefallen lassen.

Proteste gibt es aber nicht nur auf Schalke: Ähnlich wie bei früheren bundesweiten Fan-Aktionen wie "Pro 15:30" oder "12:12" gab es in der vergangenen Saison unter dem Motto "ViaNOgo" an jedem Wochenende in vielen Stadien Protestaktionen gegen die Internetbörse. Der Vorwurf: Viagogo sei nichts anderes als ein legalisierter Schwarzmarkt. Zudem kosteten die Karten teilweise ein Mehrfaches des ursprünglichen Preises.

"Haben Wort gehalten"

Die Auflösung des Kontraktes begründete der FC Schalke indes damit, dass man "unmissverständlich feste Spielregeln" für die Partnerschaft definiert habe. Jedoch habe Viagogo vertragliche Regelungen trotz mehrfacher Aufforderungen "von Beginn an nicht eingehalten". Nach erfolglosen Abmahnungen erfolgte nun die fristlose Kündigung. Der Kontrakt war für Schalke mit 3,6 Millionen Euro dotiert.

"Der Vorstand des FC Schalke 04 hat seinen Vereinsmitgliedern auf der Jahreshauptversammlung sein Wort gegeben, genau zu prüfen, ob die Vertragsinhalte umgesetzt werden. Wir haben unser Wort gehalten", wurde Schalkes Marketingvorstand Alexander Jobst auf der Vereinshomepage zitiert. Fans hatten gegen die Vereinbarung protestiert.

Der Schalker Aufsichtsrat trägt die Entscheidung mit: "Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden - das gilt immer für beide Vertragspartner", bekräftigte der Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. "Viagogo hat durch sein Verhalten gezeigt, dass ihnen dazu der Wille fehlt."

asz/of (sid, dpa)