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Fußball

Schalke fährt nach Berlin

Bayern München macht das Spiel, Gegner Schalke das entscheidende Tor. Die Schalker sind die glücklichere Mannschaft und ziehen ins DFB-Pokalfinale ein. Dort treffen sie auf Duisburg, das sich gegen Cottbus durchsetzte.

Spielszene (Foto: dpa)

Bayern stolperte über den FC Schalke

Das war's FC Bayern – mit dem Pokal-Aus gegen den FC Schalke 04 ist auch die zweite von drei Titelchancen in dieser Saison weg. Seit der Niederlage gegen Tabellenführer Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende hat man keine Chance mehr auf die Meisterschaft. Nun verloren die Münchener auch das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04 mit 0:1 (0:1). Frust beim Rekordmeister: "Wenn man nicht Deutscher Meister wird und nicht den Pokalsieg holt", fasste Bayern-Kapitän Philipp Lahm die missliche Lage zusammen, "dann ist das keine gute Saison für den FC Bayern." Von einer "großen Enttäuschung" sprach auch Bayern-Coach Louis van Gaal.

Jubel Raúl (Foto: dpa)

Raúl traf und könnte nun zum ersten Mal in seiner Karriere Pokalsieger werden

Freuen dürfen sich dagegen die Schalker, die nach einer kurzen Phase des Abtastens zunächst besser in die Partie fanden. Sie bauten Druck auf und wurden früh mit der Führung belohnt. Raúl köpfte nach einer Ecke, die Benedikt Höwedes verlängert hatte, unbedrängt ein (15. Minute). Bayern München war konsterniert, Schalke hätte sogar noch erhöhen können.

Plakate gegen Neuer

Bayern-Fans halten Plakate gegen Manuel Neuer hoch (Foto: dpa)

"Koan Neuer" - Kein Neuer" – Plakataktion der Bayern-Fans

Während die Spieler des FC Bayern in der ersten Halbzeit mit den gut gestaffelten Schalkern ihre liebe Mühe hatten, arbeiteten sich ihre Fans am Schalker Schlussmann und Nationalkeeper Manuel Neuer ab. Neuer, der seit Monaten als Neuzugang bei den Münchenern gehandelt wird, bekam mit Plakaten und Pfiffen deutlich gezeigt, wie wenig die Bayern-Anhänger eine mögliche Verpflichtung Neuers befürworten.

Nach dem Seitenwechsel war es dann ein anderes Spiel. Schalke agierte viel zu passiv und tat kaum noch etwas nach vorne. Die Bayern dagegen machten mehr Druck und kamen zu guten Chancen – allein, sie nutzten sie nicht. Entweder stellten sich die Münchener Stürmer zu umständlich an oder aber Manuel Neuer war auf dem Posten. Besonders in der Schlussviertelstunde rettete er mehrfach in höchster Not und wurde so – auch vor dem Hintergrund der Unmutsäußerungen durch die Münchener Fans – zum Mann des Abends.

"Wir freuen uns tierisch, dass wir im Finale in Berlin stehen", sagte Neuer, wollte aber weder seine Leistung, noch die Protest-Plakate der Fans überbewerten. "Ich denke ich habe ein solides und gutes Spiel gezeigt. Außerdem: Wenn ich auf dem Platz stehe, gucke ich auf den Ball und nicht auf irgendwelche Plakate."

Duisburg setzt sich durch

Gegner der Schalker im Finale am 21. Mai im Berliner Olympiastadion wird der MSV Duisburg sein. Der MSV setzte sich am Dienstagabend (01.03.2011) im ersten Halbfinale – einem reinen Zweitliga-Duell – mit 2:1 (1:0) gegen den FC Energie Cottbus durch. "Wir haben einen Traum wahr gemacht", freute sich der Duisburger Trainer Milan Sasic nach dem Spiel. "Das können wir genießen. Dieser Sieg weckt große Gefühle bei mir." Der Duisburger Torgarant Stefan Maierhofer erzielte vor 31.000 Zuschauern den Führungstreffer zum 1:0 (24. Minute). Das 2:0 durch Kapitän Srdjan Baljak (54.) entstand ausgerechnet in einer Druckphase der Gäste - ein klassisches Kontertor.

Jubel Stefan Maierhofer (Foto: dpa)

Duisburgs Stefan Maierhofer (l.) leitete mit seinem Treffer den Sieg ein

Spannend wurde es jedoch noch einmal eine Viertelstunde vor Schluss. Duisburgs Bruno Soares bekam für ein Foul im Strafraum die rote Karte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Nils Petersen (77.) und brachte damit Energie noch einmal heran. In den letzten Spielminuten hatte Duisburg mehrfach Glück: Ein Kopfball von Uwe Hünemeier klärte die MSV-Defensive auf der Linie, wenig später traf Cottbus nur den Pfosten. Bei einem Schuss von Jiayi Shao in der Nachspielzeit parierte Duisburgs Schlussmann David Yelldell glänzend und rettete den Sieg.

Vorbild Hannover 96

Spielszene Uwe Spies gegen Lothar Matthäus (Foto: dpa)

Pokalfinale 1998 – Duisburg gegen München

Mit den Duisburgern steht zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder ein Zweitligist im Finale des DFB-Pokals. Damals verlor Alemannia Aachen gegen Werder Bremen. Der erste und bisher einzige Zweitligist, dem es gelang, den Titel auch tatsächlich zu gewinnen, heißt Hannover 96. Im Jahr 1992 setzten sich Hannoveraner im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach durch. Die Duisburger standen – damals als Erstligist – zuletzt 1998 im Finale von Berlin. Gegen den FC Bayern München ging das von Friedhelm Funkel gecoachte Team sogar mit 1:0 in Führung. Am Ende hieß es aber 2:1 für den FC Bayern.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Joscha Weber