1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Schalke 04 im freien Fall

Vizemeister Schalke 04 hat das Prestigeduell gegen Borussia Dortmund mit 1:3 verloren und ist ans Tabellenende gerutscht. An der Spitze steht überraschend - und erstmals in der Clubgeschichte - der FSV Mainz 05.

Dortmund Kagawi bejubelt den ersten seiner beiden Treffer gegen Schalke. Foto: ap

Dortmunds Kagawi traf zweimal

Die ersten drei Saisonniederlagen wogen schwer, doch die vierte in Serie schmerzt besonders. Der FC Schalke 04 verlor das prestigebeladene Ruhrderby gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund mit 1:3 (0:1). Zweifacher Torschütze für die über weite Strecken der Partie drückend überlegenen Dortmunder war der Japaner Shinji Kagawa (20. und 58. Minute). Den dritten Treffer für die Gäste erzielte Robert Lewandowski (86.), Schalkes Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar (89.) gelang nur noch der Ehrentreffer.

Der Ball zappelt hinter Nationaltorwart Manuel Neuer im Netz des Schalker Tors. Foto: ap

Da zappelt der Ball hinter Nationaltorwart Manuel Neuer im Netz des Schalker Tors

Bei den Hausherren sah Verteidiger Nicolas Plestan völlig zu Recht die Gelb-Rote Karte (61.), nach zwei verwarnungswürdigen Fouls in vier Minuten. Vier Niederlagen in Serie - das ist der schlechteste Saisonstart der Schalker in der Vereinsgeschichte. Mit null Punkten steht der Traditionsclub am Tabellenende. Dortmund klettert auf Rang drei. Schalkes Trainer Felix Magath sprach vom schwärzesten Tag, den er bisher in Gelsenkirchen erlebt habe: "Wir haben die Nervosität von Beginn an nicht ablegen können. Alle waren verunsichert."

Später Treffer für HSV, Leverkusen enttäuscht

Keine Chance für HSV-Torwart Frank Rost bei Fabian Bolls Schuss zum 1:0 für St. Pauli. Foto: dapd

Keine Chance für HSV-Torwart Rost bei Bolls Schuss

Im anderen Sonntags-Derby fehlten dem FC St. Pauli drei Minuten zum ersten Sieg gegen den Hamburger SV seit 1977. Mladen Petric bewahrte den HSV mit einem Kunstschuss vor der ersten Saisonniederlage. Der kroatische Stürmer erzielte in der 87. Minute mit einem spektakulären Volleyschuss aus 20 Metern den 1:1 (0:0)-Endstand. St. Pauli war durch Fabian Boll in der 77. Minute in Führung gegangen. Insgesamt war es vor gut 24.300 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Millerntor-Stadion ein Derby auf schwachem Niveau. Das räumte auch St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski ein. Das Unentschieden sei ein gerechtes Ergebnis, "aber wir waren ganz nahe dran, deshalb ist das Unentschieden für uns ärgerlich".

Auch für Bayer Leverkusen ist das torlose Remis gegen den 1. FC Nürnberg alles andere als erfreulich. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes ließ nicht nur wichtige Punkte liegen, sondern verlor auch noch ihre beiden Stürmer Stefan Kießling und Patrick Helmes. Beide mussten verletzt vom Platz. "Wir haben uns den Saisonstart natürlich ganz anders vorgestellt", sagte Leverkusens Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta.

Mainz übernimmt die Tabellenspitze

Derweil schwimmt der FSV Mainz 05 auf der Erfolgswelle. Mit 2:0 (0:0) setzten sich die Mainzer bei Werder Bremen durch und sind damit zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte Tabellenführer der 1. Bundesliga. Zwei schnelle Kombinationen entschieden die Partie. Bremen, das ohne seinen verletzten Top-Torjäger Claudio Pizarro auskommen musste, agierte zu steif und einfallslos.

Spielszene Bremen - Mainz (Foto: dpa)

Torsten Frings konnte sich strecken wie er wollte - Mainz war einfach besser

"Ich weiß nicht, ob ich jemals eine so schlechte Leistung von unserem Team gesehen habe", meinte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs nach der Partie. "Man kann gegen Mainz mal verlieren, weil sie eine gute Truppe haben und gut spielen - aber nicht so wie wir das heute getan haben." Voll des Lobes war dagegen der Mainzer Trainer Thomas Tuchel: "Wir waren über die gesamte Spieldauer wacher und sind mit dem Sieg belohnt worden. Ein Sieg gegen einen Champions-League-Teilnehmer. Das genießen wir."

Stuttgart und Wolfsburg schaffen ersten Sieg

Jubel Pawel Pogrebnijak (Foto: dpa)

Dreifach-Torschütze Pogrebnijak

Schon unter der Woche hatte es für den VfB Stuttgart in der Europa League gegen Young Boys Bern gut ausgesehen (3:0). Nun haben die Schwaben auch in der Bundesliga gezeigt, was sie drauf haben. Mit einem beeindruckenden 7:0 (2:0)-Kantersieg setzten sie sich vor heimischem Publikum gegen einen schwachen Gegner aus Mönchengladbach durch. Mann des Tages war Pawel Pogrebnijak, der gleich dreimal traf. Die Rolle der tragischen Figur übernahm Gladbachs Torhüter Logan Bailly, der mindestens bei zwei Gegentreffern nicht gut aussah. "Ich freue mich sehr. Die Spielfreude war heute sehr gut", lobte Stuttgarts Trainer Christian Gross. "Die Mannschaft hat Entschlossenheit und absoluten Siegeswillen an den Tag gelegt."

Auch für den VfL Wolfsburg ist die punktlose Zeit vorbei. Die Wölfe entschieden die Partie gegen Hannover 96 mit 2:0 (0:0) für sich. Für die Treffer sorgten Diego mit einem schönen Fallrückzieher und Edin Dzeko, der ins leere Tor traf, nachdem Torhüter Florian Fromlowitz beim Herauslaufen hingefallen war. "Es war heute ein schwieriges Spiel auch für den Kopf, weil wir dreimal verloren hatten", sagte Dzeko nach dem Abpfiff. "Deshalb freue ich mich über den Sieg aber auch, dass wir wieder einmal zu null gespielt haben."

Punkteteilung in Kaiserslautern und München

Tor Luiz Gustavo für Hoffenheim (Foto: dpa)

Luiz Gustavo schiebt ein

Ein munteres und schönes Fußballspiel bekamen die 44.000 Zuschauer in Kaiserslautern zu sehen, wo der heimische FCK 1899 Hoffenheim empfing. Beide Teams spielten mit offenem Visier und drängten auf ein Tor. Schließlich ging Hoffenheim in Führung. Die Lauterer gaben aber nicht auf und drehten das Spiel. Den Ausgleich zum 2:2 schaffte schließlich der gerade eingewechselte Gylfi Thor Sigurdsson mit einem direkten Freistoß. Es war seine erste Ballberührung. Die Hoffenheimer haben ihre Tabellenführung mit dem Remis erstmal verloren, liegen aber weiterhin auf einem hervorragenden zweiten Platz.

Immer noch nicht in Tritt kommt Rekordmeister Bayern München. Im Heimspiel gegen den 1.FC Köln kamen die Münchener nicht über ein 0:0 hinaus. Köln igelte sich hinten ein und versuchte zu kontern. Insgesamt hatten die Kölner auch die klareren Torchancen. Bayern München agierte dagegen umständlich und konnte sich bei seinem Torhüter Hans-Jörg Butt für das Remis bedanken. "Ich bin nicht enttäuscht von unserem Spiel", meinte Bayern-Coach Louis van Gaal. "Wir sind viele Male in den Strafraum gekommen. Aber es ist immer schwierig, wenn viele Leute hinter dem Ball stehen."

Freiburg siegt in letzter Minute

Jubel Spieler SC Freiburg (Foto: AP)

Die Freiburger bejubeln Jan Rosenthal

Der SC Freiburg hat seinen besten Saisonstart in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Die Breisgauer gewannen zum Auftakt des 4. Spieltages mit 1:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt und verbesserten sich mit neun Punkten auf den vierten Tabellenplatz. Jan Rosenthal erzielte in der 89. Minute das Siegtor für den Sportclub, der am Freitag (17.09.2010) zum dritten Mal nacheinander gewann. Vor dem Treffer hatten die Gäste allerdings Glück, dass das Schiedsrichter-Gespann eine Abseitsstellung von Vorbereiter Maximilian Nicu übersah. "Das war unglücklich und sehr schade. Das hätte der Linienrichter ahnden müssen", klagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Sein Kollege Robin Dutt bezeichnete den Erfolg der Freiburger dennoch als nicht unverdient. "Wir haben eine reife Spielanlage gehabt, eine gute Balleroberung, und ein gutes Passspiel."

Autor: Stefan Nestler/Andreas Ziemons
Redaktion: Calle Kops

Audio und Video zum Thema