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Schwäbisch

Schaffe schaffe, Häusle baue

Oft wird den Schwaben nachgesagt sie seien geizig. Aber vielmehr achten sie auf ihr Geld. Sie sind sparsam, auch mit Worten. Und doch sind sie ein liebenswertes, wenn auch manchmal eigenartiges Völkchen.

"Schaffe schaffe, Häusle baue" – das ist wohl der typische Spruch, der beinahe jedem Deutschen über die Lippen geht, wenn vom Schwaben die Rede ist. Im Ländle gibt es nicht nur die meisten Bausparkassen, sondern auch die meisten Bausparer. Geld für Miete "rauszuwerfen" ist dem Schwaben zuwider. Fürs eigene Häusle wird dann auch gerne mal auf Urlaub verzichtet und eisern gespart.

Nichts geht übers Essen

Sparsamkeit gehört zu den Schwaben einfach dazu. Das hat Geschichte: Die Region war einst sehr arm. Es gab viele kleine Bauern, vor allem auf der schwäbischen Alb. Daher eigneten sich die Menschen zwangsweise einen sehr vorsichtigen Umgang mit den knappen Ressourcen an.

Eins gibt es allerdings, was den Schwaben fast noch wichtiger ist als ihr Eigenheim: Essen. In kaum einem Bundesland wird so viel eingekehrt wie im Schwabenländle. "Lasst uns nach Schwaben entfliehen! Hilf Himmel! Es findet sich süße Speise da und alles Guten in Fülle ... Und man bäckt im Lande das Brot mit Butter und Eiern", schwärmte schon Johann Wolfgang von Goethe von der schwäbischen Küche.

Wortkarg, aber genau

Der Schwabe ist nicht gerade gesprächig. Dafür aber ein Meister der knappen Quintessenz. Er schafft es, ganze Sätze in ein oder zwei Wörter zu fassen, im Extremfall in ein kurzes Joh oder Noi. Dabei gibt es kleine Feinheiten, die nur Eingeweihte richtig verstehen.

Erwartet man, dass der Schwabe etwas tut, drückt Joh eine klare Zustimmung aus. Antwortet der Schwabe jedoch mit Joh glei, könnte es wohl dauern, bis er wirklich aktiv wird. Joh, joh, heißt allerdings soviel wie "lass mir doch mei Ruh". Die Mit-Schwaben verstehen das. Und damit ist alles geschwätzt!

Berühmter Schwabe: der Mercedes

Auch mit ihrem Erfindungsreichtum haben sich die Schwaben einen Namen gemacht. Denn wer nicht viel hat, muss eben schauen, was er aus dem Wenigen machen kann. Auch wenn Schwaben neuen Dingen immer erst ein wenig skeptisch gegenüberstehen, sind sie doch dem Fortschritt nicht abgeneigt.

Das erste nutzbare Auto erfand Gottlieb Daimler. Weltweit ist Mercedes heute ein Begriff. Der Autokonzern hat seinen Hauptsitz in Stuttgart. Die einstige Hauptstadt der Schwaben ist heute auch Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Hassliebe unter Nachbarn

Auch nicht vergessen darf man natürlich die "Liebe" des Schwaben zu den benachbarten Badenern. Seit 1952 leben sie in einem Bundesland zusammen. Damals wurden die beiden Regionen zusammengelegt.

Die Altbadener kämpften dann einige Jahre für die Wiederherstellung ihres eigenen Landes Baden. Bei einer Volksabstimmung 1970 bekannten sich jedoch gut 80 Prozent der Badener für den Verbleib beim Land Baden-Württemberg.

Alte Feindschaft

Der Streit zwischen "Badensern" und "Sau-Schwaben", wie man sich gegenseitig beschimpfte, ist heute eigentlich nur noch Schau. Trotzdem weiß jeder, wo die "Grenze" verläuft. Und wohl kaum einer nennt sich "Baden-Württemberger". Man ist ein Schwabe und dabei bleibt’s!

Autorin: Janine Albrecht

Redaktion: Raphaela Häuser

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