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Sport

Schachweltmeister Carlsen kann Karjakins Festung nicht stürmen

Schach-Thriller in New York: Bei der WM haben Magnus Carlsen und Sergei Karjakin den Schachfans ein weiteres stundenlanges Spektakel geboten. Am Ende gelang es Karjakin wieder, sich in ein Remis zu retten.

Langsam aber sicher vergeht Weltmeister Magnus Carlsen die gute Laune. Als er am Dienstag seinem Gegner Sergei Karjakin nach über sechs Stunden die Hand zum Unentschieden reichte, war ihm die Unzufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Zum zweiten Mal hintereinander hatte er Karjakin an den Rand einer Niederlage manövriert und zum zweiten Mal war es dem überragend verteidigenden Russen am Ende gelungen, ihm zu entwischen. "Ich dachte, dass ich die Partie einfach gewinnen würde", grummelte Carlsen nach der Partie, "aber irgendwie hat es nicht geklappt."  

Carlsen übernimmt die Initiative

Carlsen, der mit den schwarzen Steinen spielte, hatte diesmal einen guten Start erwischt und setzte seinen Gegner, der in der Eröffnung einen Fehler machte, von Anfang an unter Druck. Wie in den Partien zuvor wurden die Damen früh getauscht, was Carlsen  entgegenkommt. Sind die Damen vom Brett verschwunden, spielen Stellungsgefühl und trickreiche Zugfolgen eine große Rolle - beides großen Stärken des amtierenden Weltmeisters aus Norwegen. Ihm gelang es dann zunächst auch, seine Stellung kontinuierlich zu verbessern.

Sowohl die in New York versammelten Experten als auch die Computer bescheinigten Carlsen an diesem Punkt beste Gewinnchancen. Seine beiden Läufer waren Karjakins Läufer und Springer deutlich überlegen. Doch Verteidigungskünstler Karjakin gelang es einmal mehr, in letzter Minute eine rettende Idee zu finden. Der russische Großmeister baute eine so genannte "Festung" auf, in die der König von Carlsen überraschenderweise nicht eindringen konnte. Carlsen versuchte noch bis zum 94. Zug eine Lücke zu finden, bevor er das vierte Remis in Folge quittierten musste.

Guter gelaunter Karjakin

Für Weltmeister Magnus Carlsen sind die beiden Unentschieden in der dritten und vierten Runde eine Enttäuschung. Er hat jetzt zwei große Chancen vergeben und trotz zweier starker Partien noch nichts Zählbares erreicht. "Nächstes Mal muss ich es besser machen, aber bisher ist Karjakin einfach nicht zusammengebrochen", meinte ein zerknirschter Carlsen in der Pressekonferenz. Ganz anders ist die Stimmungslage bei seinem russischen Gegner. Auf die Frage, wie er sich nach den zwei knappen Punkteteilungen fühle, hatte er eine kurze Antwort parat: "Phantastisch!"

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