1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Schachtjor Donezk: Umgebaut und gefährlich

Nach dem Wechsel vieler Stammspieler nach Westeuropa ist Schachtjor in die Krise geraten. Ist nun die Übergangsphase schon vorbei? Was ist von dem ukrainischen Meister in Leverkusen zu erwarten?

Für das Team aus der Industriestadt Donezk ist der zweite Tabellenplatz in der ukrainischen Premyer Liga etwas Ungewöhnliches. Die Fans sind zahlreiche nationale Titel und die regelmäßige Teilnahme an der Champions League gewöhnt. Deswegen war der enttäuschende Saisonanfang in der Liga eine Art kalte Dusche. Die Partien gegen Spitzenreiter Metalist Charkiw und Dnipro Dnipropetrowsk, in denen Schachtjor nur einen Punkt geholt hatte, zeugten deutlich davon, dass im ukrainischen Fußball ein Machtwechsel stattfindet. Und auch davon, dass der insgesamt zweiterfolgreichste ukrainische Verein nach Dynamo Kiew einen Wandel durchlebt.

Neu starten oder Energie sparen?

Die Gründe für eine solch instabile Lage sind triftig. Nach zehn Jahren im orangenen Trikot wechselte Linksverteidiger Razvan Rat zu West Ham United. Richtung Manchester City ist der Stamm-Mittelfeldspieler Fernandinho abgereist. Am meisten ins Herz getroffen hat aber der Wechsel Henrikh Mchitarjans nach Dortmund. Und so stand Trainer Mircea Lucescu Anfang Juli vor einer Herausforderung: binnen anderthalb Monaten eine starke, eingespielte Mannschaft zu formieren.

Die zahlreichen Neulinge waren nicht gleich imstande, einander zu verstehen, so schwamm das Team am Saisonanfang. Bei den Neuzugängen verfuhr Schachtjor wie in den letzten Jahren und setzte vor allem auf südamerikanische Talente, die für die Kreativität im Mittelfeld und Angriff sorgen sollen. Den Brasilianern Fred, Fernando, Wellington Nem und Bernard schloss sich der erste Argentinier des Vereins, Facundo Ferreira an. Während Bernard einige Zeit zur Eingewöhnung benötigte, integrierten sich Fred und Ferreira ziemlich erfolgreich und erzielten bisher je vier Tore.

Gute Bilanz gegen Deutschland

Die Spieler von Schachtjor Donezk feiern den UEFA-Cup-Sieg. (Foto: EPA/TOLGA BOZOGLU, dpa)

Der größte Coup gelang Donezk 2009: Der Titel im UEFA-Cup

Die Spitzenstürmer bleiben Luiz Adriano und Alex Teixeira mit jeweils sechs Toren in der laufenden Saison. Die schnellen, technisch versierten Mittelfeldspieler Taison und Duglas Costa versorgten sie mit genauen Pässen. Die ukrainischen Stamm-Verteidiger Oleksandr Kucher und Yaroslav Rakitsky verstehen sich ausgezeichnet mit dem Kapitän, dem Kroaten Darijo Srna, der für die rechte Seite verantwortlich ist. Auf der linken Seite gibt es immer noch die Rotation: Lucescu hat die Wahl zwischen dem Ukrainer Vyacheslav Shevchuk und dem Brasilianer Ismaili. Der ukrainische Nationaltorwart Andrej Pjatov etablierte sich wieder als Stammspieler, obwohl Lucescu zum Saisonauftakt dem jüngeren Anton Kanibolotsky einige Chancen gegeben hatte.

Nun scheint das Ende der Übergangszeit nahe. In der Champions League liegt Schachtjor punktgleich mit Manchester United vorn. Beide weisen dieselbe Tordifferenz auf und haben im direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit zum Ende der Gruppenweise entscheidend ist, bisher einmal unentschieden gespielt (1:1). Zuletzt hatte Schachtjor gegen deutsche Mannschaften ziemlich gut ausgesehen. Der bis jetzt einzige europäische Pokal, der im Klubmuseum steht, wurde im UEFA-Cup-Finale 2009 gegen Werder Bremen gewonnen. An die Siege gegen Schalke 04 in der Europa League 2005 und gegen den VfB Stuttgart ein Jahr später erinnert sich Donezk ebenfalls mit Vergnügen - im Gegensatz zum Aufeinandertreffen mit Borussia Dortmund im vergangenen März: Dort schied der achtmalige ukrainische Meister im Achtelfinale der Champions League aus. Das Spiel gegen Leverkusen erwarten Fans wie Spieler mit Vorfreude, aber auch mit Vorsicht.

Phantom-Tor und Trainerfüchse

Schachtjors Trainer Mircea Lucescu. (Foto: EPA/SERGEY DOLZHENKO, dpa)

Trainer Mircea Lucescu hat viel Arbeit vor sich

Beide Kontrahenten haben ihre Generalproben in der Liga mit jeweils einem Sieg bestanden. Die Werkself sieht sich allerdings den kritischen Medienberichten nach dem Phantom-Tor von Stefan Kießling ausgesetzt. "Natürlich ist es ein bisschen unangenehm, so zu gewinnen", sagte Leverkusens Trainer Sami Hyypiä. Die Vorbereitung zum CL-Spiel läuft wie geplant, Kaderprobleme gibt es nicht, das Rotationsprinzip wird weiter praktiziert und die Gespräche über eine Wiederholungspartie müssen die Leverkusener nicht kümmern.

Hauptsache ist nun, drei europäische Punkte zu erkämpfen. Ob der junge Coach Hyypiä die taktischen Rätsel des älteren, weisen Lucescu entschlüsselt, ist eine spannende Frage. Diese wird am Mittwoch (23.10.2013) nach dem Abpfiff beantwortet.

Die Redaktion empfiehlt