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Sport

Schach-WM: Schnelles Remis vor dem großen Finale in Manhattan

Magnus Carlsen und Sergej Karjakin machen es bei der Schach-WM in New York weiter spannend: Nach einem Remis in der 11. Runde gehen die Finalisten jetzt punktgleich mit 5,5 : 5,5 in die letzte Partie.

"Ich bin nicht zufrieden mit meinem Spiel, aber wenigstens habe ich ein Remis geschafft", so der etwas enttäuschte Sergej Karjakin (im Artikelbild links) nach der vorletzten Partie dieses WM-Kampfs. Besonders gut war es für den russischen Herausforderer am Samstag in der Tat nicht gelaufen. Denn Weltmeister Magnus Carlsen hatte keine Mühe gehabt, mit den schwarzen Steinen auszugleichen und sogar die Initiative zu übernehmen. Der WM-Kampf wird jetzt in einem spannenden Finale in der kommenden Woche entschieden.

Karjakin: schnell ins Remis gerettet

Die elfte Partie verlief vom ersten Zug an in schon bekannten Bahnen. Karjakin entschied sich einmal mehr für den Königsbauern und eine "Spanische Eröffnung", auf die der Weltmeister sehr gut vorbereitet war. Spätestens als Carlsen im 19. Zug einen überraschenden Bauernvorstoß aufs Brett brachte, ging es für Karjakin nur noch darum, das rettende Remis zu erreichen. Carlsen schaffte es in der Folge zwar, einen seiner Bauern weit ins gegnerische Lager zu treiben – aber zu mehr als einem optischen Vorteil reichte das alles nicht. Das Ergebnis: Eine relativ schnelle Punkteteilung nach 34 Zügen.

Dass es bei diesem WM-Kampf jetzt nicht mehr nur um gute Vorbereitung und clevere Züge geht, zeigte sich bei der anschließenden Interviews und der Pressekonferenz. "Das ist jetzt zu 80 Prozent Psychologie", erklärte Herausforderer Karjakin. "Bei jedem Zug hat man im Hinterkopf, dass dies der entscheidende Fehler sein könnte.“ Der wieder selbstbewusstere Carlsen nutzte derweil die Pressekonferenz ganz gezielt, um ein wenig Druck auf Karjakin aufzubauen: "Das Match wendet sich gerade in eine positive Richtung für mich", sagte der Weltmeister. 

Carlsen mit Oberwasser

Mit dem Remis in der elften Runde bleibt jetzt den beiden WM-Finalisten nur noch eine Partie, um eine Entscheidung im Schnellschach zu vermeiden. Dies wäre vergleichbar mit einem Elfmeterschießen im Fußball. Am Montag hat Carlsen die weißen Figuren, kann damit den ersten Zug machen und der Partie eine Richtung vorgeben. Er wird nicht alles auf eine Karte setzen, aber sicher versuchen, seinen Gegner wieder in die Enge zu treiben und so vielleicht doch noch den entscheidenden Punkt zum Gesamtsieg zu holen. Fest steht: Magnus Carlsen, der seiner Favoritenrolle bisher nicht gerecht geworden ist, hat wieder etwas Oberwasser in diesem Match.

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